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  • 24.02.2026
  • Ausgabe 120
  • RegioCarl

LEA HANSEL –

WENN AUS ALLTAG GESCHICHTEN WERDEN
CarlMakesMedia Redakteurbild

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FOTOS: LEA HANSEL · TEXT: CARLMAKESMEDIA

Wenn andere den Stift zur Seite legen, fängt es bei Lea Hansel aus dem Kreis Gütersloh erst an. Farben, Papier, Leinwand – und plötzlich entstehen Bilder, die mehr sind als schöne Motive. Es sind Lebensgeschichten. Persönlich, nahbar, voller Details. Ihr Weg in die Kunst war kein geradliniger, aber ein konsequenter.

Schon früh spielte das Zeichnen und Malen eine große Rolle. In Hannover absolvierte sie zunächst eine Ausbildung zur Maßschneiderin, parallel dazu studierte sie Modedesign. Gerade im Studium wurde das Zeichnen zum festen Bestandteil des Alltags: Proportionen, Linien, Figuren – unterstützt durch intensiven Zeichenunterricht, der Technik, Sicherheit und Übung brachte. »Eigentlich habe ich schon immer gemalt«, sagt sie, »aber dort wurde es noch einmal bewusster.«

Nach dem Studium folgten fünf Jahre als Designerin bei Takko in Telgte. Ein kreativer Beruf, ein strukturierter Alltag – bis sich das Leben veränderte. Im Januar 2025 wurde sie Mutter einer Tochter. Aktuell in Elternzeit, kam mit dieser neuen Lebensphase auch etwas zurück, das eine Zeit lang in den Hintergrund geraten war: das freie Malen.

KUNST ENTSTEHT AUS ZEIT UND RUHE

Ein pflegeleichtes Baby, viel Schlaf, lange Mittagsruhe – und plötzlich Raum für eigene Ideen. »Ich wusste erst gar nicht, was ich mit der Zeit anfangen soll«, erzählt Lea. Also griff sie wieder zu Pinsel und Farbe. Zunächst ganz pragmatisch: ein Bild fürs eigene Zuhause. Reiner Eigenbedarf. Doch die Bilder blieben nicht unbemerkt. Freundinnen sahen sie, fragten nach, wollten ebenfalls eines haben. Aus einer spontanen Idee wurde schnell etwas Größeres.

Der nächste Schritt folgte fast selbstverständlich: ein Instagram-Account. Mit jedem neuen Bild wuchs die Reichweite, mit jedem Beitrag die Resonanz. Seit dem Spätsommer 2025 ist sie dort aktiv – und das Projekt kam ins Rollen. »Irgendwann dachte ich: Wenn meine Freundinnen das mögen, vielleicht gefällt es auch anderen.«

BILDER, DIE LEBEN ERZÄHLEN

Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen Menschen – Paare, Familien, einzelne Personen – und ihre Geschichten. Ihre Bilder sind keine abstrakten Kompositionen, sondern liebevoll inszenierte Lebenswelten. Häuser, Höfe, Hunde, Haustiere gehören genauso dazu wie Hobbys, Leidenschaften oder kleine Rituale des Alltags: Wandern, Fahrradfahren, persönliche Gegenstände, Lieblingssprüche.

Oft finden sich auch Details im Vordergrund: ein Lieblingsessen, ein Getränk auf dem Tisch, ein Satz, der für die Auftraggebenden eine besondere Bedeutung hat. »Alles, was den Menschen wichtig ist, versuche ich unterzubringen«, sagt sie. Jedes Bild ist individuell, durchdacht und persönlich.

Besonders berührend ist für Lea das Feedback ihrer Kundinnen und Kunden. Wenn Menschen ihre eigene Geschichte im Bild wiederfinden und sich darüber sichtlich freuen – manchmal sogar mit Tränen in den Augen –, zeigt sich für sie, was ihre Arbeit ausmacht. Dass persönliche Erinnerungen und Gefühle auf der Leinwand weiterleben, ist das, was sie an ihrer Kunst am meisten bewegt.

KREATIVITÄT ALS VERBINDUNG

Was ihre Kunst auszeichnet, ist die Nähe. Lea Hansel malt nicht »über« Menschen, sondern »für« sie. Ihre Bilder sollen Erinnerungen festhalten, Geschichten sichtbar machen und Emotionen transportieren. Kein Werk gleicht dem anderen, weil kein Leben gleich ist.

So wächst nach und nach ein sehr persönliches Gesamtwerk – entstanden aus Alltag, Mutterschaft, Kreativität und dem Wunsch, Geschichten zum Leben zu erwecken. Es ist kein lauter, kein akademischer Kunstansatz. Es ist ein leiser, ehrlicher Blick auf das, was Menschen ausmacht.

Und genau das spürt man, wenn man ihre Bilder sieht.

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