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  • 23.03.2026
  • Ausgabe 121
  • RegioCarl

ABI GESCHAFFT UND JETZT?

VOM ERSTEN KURZFILM ZUR UFA
Regina Meier zu Verl Redakteurbild

Regina Meier zu Verl

Content-Redakteurin

TEXT: REGINA MEIER ZU VERL | FOTOS: ©PIT FAUL

Das Abitur in der Tasche, die Welt vor den Füßen. Für die Absolventen des Gymnasiums Harsewinkel markierte der vergangene Sommer den Beginn einer Reise ins Ungewisse. Ob es sie nun für soziale Arbeit nach Namibia zog oder für die Ausbildung in eine fremde deutsche Stadt – der Schritt aus der gewohnten Umgebung erfordert Mut und Entschlossenheit. Es ist die Zeit, in der aus Schülern eigenständige Persönlichkeiten werden, die ihre Träume mutig in die Tat umsetzen. Doch wie fühlt sich dieser Neustart fern der Heimat wirklich an? Zwei ehemalige Schüler gewähren uns heute Einblicke in ihre ersten Schritte nach der Schulzeit und zeigen, warum es sich lohnt, den eigenen Weg zu wagen.

WIE PIT FAUL NACH DEM ABI SEINEN TRAUM VOM FILMEMACHEN VERFOLGT

Während andere nach dem Abitur erst einmal überlegen, wohin der Weg gehen könnte, wusste Pit Faul schon ziemlich genau, was ihn begeistert: Geschichten erzählen – mit der Kamera. Angefangen hat alles mit ersten eigenen Filmprojekten als Teenager. Mit 13 drehte er bereits kleine Filme, organisierte Premieren im Freundes- und Familienkreis und tastete sich Schritt für Schritt in die Welt des Films vor. Eine wichtige Rolle spielte dabei auch eine Lehrerin, die ihn ermutigte, seine Leidenschaft ernst zu nehmen und erste Kontakte in der Filmszene zu knüpfen. Im Filmhaus Bielefeld fand er schließlich genau das Umfeld, das er suchte: Workshops, Gleichgesinnte und die Möglichkeit, bei professionellen Produktionen mitzuarbeiten.

Dort entstanden nicht nur neue Projekte, sondern auch Freundschaften und ein Netzwerk, das ihn bis heute begleitet.

Mit wachsender Erfahrung wurden auch die Projekte größer. Gemeinsam mit anderen jungen Filmschaffenden entstanden Wettbewerbsbeiträge und Festivalfilme. Für einen Kurzfilm erhielt er sogar den OWL-Filmförderpreis – ein Moment, der ihm zeigte, dass sein Weg mehr als nur ein Hobby sein könnte.

 

Eigene Projekte neben dem Job

Neben der Ausbildung arbeitet Pit weiterhin an eigenen Filmprojekten. Sein aktueller Kurzfilm, den er mit jungen Filmschaffenden aus Bielefeld und Umgebung realisiert hat, beschäftigt sich mit queerer Sichtbarkeit und Akzeptanz. Nach der Premiere in Bielefeld soll der Film nun auf Festivalreise gehen.

Auch das gehört für ihn zum Filmemachen dazu: eigene Themen setzen, Geschichten erzählen und gesellschaftliche Themen sichtbar machen.

DER SPRUNG IN DIE PROFI-WELT

Nach dem Abi entschied sich Pit für eine Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton – und bewarb sich unter anderem bei der UFA in Potsdam-Babelsberg. Ohne große Erwartungen, wie er selbst sagt. Umso größer war die Überraschung, als er nach einem Auswahlverfahren und einer Praktikumsphase die Zusage erhielt.

Der Umzug nach Potsdam für die Ausbildung war ein herausfordernder Neuanfang. Trotz Startschwierigkeiten beim Einleben sieht er darin eine wichtige Erfahrung, wobei ihm die Gewissheit eines Rückzugsortes in der Heimat den nötigen Mut gibt.

Seitdem arbeitet er an professionellen Sets mit und bekommt Einblicke in bekannte Produktionen wie Serienformate und Fernsehfilme. Besonders beeindruckt habe ihn, wie offen er als Azubi aufgenommen wurde. Schon früh durfte er Verantwortung übernehmen und direkt praktisch mitarbeiten. »Man kommt vom Amateurbereich plötzlich an ein richtig großes Set – das ist schon ein besonderer Moment«, beschreibt er diese Erfahrung.

SEIN RAT AN DEN NACHWUCHS

Ausprobieren. Praktika machen. Erfahrungen sammeln. Auch Umwege gehören dazu – selbst wenn sich etwas als falsch herausstellt, sei das immer noch ein Schritt nach vorn. Oder wie er es selbst formuliert: Wer nichts ausprobiert, kann auch nicht herausfinden, was wirklich zu einem passt.

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