Der Jurist Ferdinand von Schirach war zunächst Strafverteidiger in Berlin und begann 2009 mit dem Schreiben. Immer wieder schafften es seine Arbeiten danach in den Kreis der beliebtesten Werke, so auch sein Gerichtsdrama „Sie sagt. Er sagt“.
Der Titel dieses Theaterstücks offenbart bereits das juristische Dilemma, in das ein Verfahren gerät, wenn in ihm, hier in einem Gerichtssaal in Berlin Aussage gegen Aussage steht, das Wort einer Person gegen das einer anderen. Wie glaubhaft ist welche Seite? Welche ungeheure Sprengkraft entwickelt sich daraus; denn bei nichts Geringerem als dem Vorwurf, der Anklage einer Vergewaltigung geht es, neben den eventuell drastischen Straffolgen für den Beschuldigten auch um die berufliche und private Zukunft zweier Menschen, und nicht zuletzt um die Werte aber auch Vorurteile, die uns als Gesellschaft ausmachen.
Im Laufe des Gerichtsverfahrens werden Sachverständige zur Wort kommen, Beweise, Leumundszeugnisse aufgerufen und Plädoyes gehalten, die das Publikum hin- und herreißen. Was ist denn nun die Wahrheit, was ist denn nun wirklich in dem vorliegenden Fall geschehen und wie wird, wie kann von Seiten des Gerichts dann schließlich ein gerechtes Urteil aussehen?

Das Ensemble Bürgerbühne Theater Gütersloh.
Nach ihrer letztjährigen Produktion „Top Girls“ von Cary Churchill beweist die Bürgerbühne Gütersloh nun mit Ferdinand von Schirachs Theaterstück „Sie sagt. Er sagt“ wieder einmal Mut und Engagement, ein hochaktuelles und gesellschaftsrelevantes Thema anzugehen. Das Ensemble schafft es, mit komplexem, anspruchsvollem Spiel von Schirachs Gerichtsdrama zum Leben zu erwecken, um im Fall gegensätzlicher Aussagen der Wahrheit auf die Spur zu kommen.
Die Aufführungen finden auf der Studiobühne des Theaters Gütersloh statt. Die Premiere ist am 29.05.26 um 19:30 Uhr, weitere Vorstellungen folgen am 30.05.26, am 31.05.26 und schließlich am 02.06.26.



