Fotos: Hans Broermann und Text: Peter Heerrmann
Meier´s Mühle ist wohl nicht nur die bekannteste Mühle, sondern auch der älteste Mühlenstandort in Gütersloh. Bereits um 800 soll es an dieser Stelle ein Gehöft mit Mühle gegeben haben, in der die benachbarten Bauern ihre Ernte mahlen ließen.
Diese Hofstelle »Meier zu Gütersloh« war in Verbindung mit dem Kirchplatz rund um die heutige Apostelkirche die Keimzelle der heutigen Stadt und über Jahrhunderte wurde die Mahlmühle für Getreide betrieben. Später kam eine Bokemühle für die
Verarbeitung von Hanf hinzu.
Im März 1933 brannte die Mühle nahezu vollständig nieder und auch das hölzerne Mühlrad wurde ein Raub der Flammen. Das Gebäude wurde noch im selben Jahr im alten Stil wieder aufgebaut. Die Giebelwinkelung wurde gegenüber dem ursprünglichen Erscheinungsbild ein wenig verändert und eine kleinere Dachgaube ausgebaut.


Für Hans Broermann war die Mühle seit Kindheitstagen ein wichtiger Ort. »Ich erinnere mich zu gut an die Tage, an denen ich mich an den Händen meiner Tante und meines Onkels an den für mich schönsten Ort Güterslohs führen ließ, nämlich an diese »meine« Mühle und »meine« romantische Burg, der Herrensitz der Familie Meier-Merklinghaus. So manchen Zweig und so manches Blatt sehe ich mich noch heute ins Wasser werfen und im Strudel des Wehrs verschwinden«, erinnert sich der heute 84 jährige, passionierte Fotograf.
Aber ihm fehlte das Mühlrad: »Oft habe ich mir die Frage gestellt, warum diese Mühle nicht wieder ihr altes Gesicht erhalten könnte. An vielen anderen Orten haben sich doch auch Freundeskreise zur Erhaltung und Renovierung historischer Mühlen zusammengefunden. Wie z.B. in Harsewinkel die die Osterholt-Sägemühle zu einem viel besuchten Kleinod herausgeputzt haben.«
Aus diesem Wunschdenken sollte 2013 Realität werden. Zwar kein romantisch-ehrwürdiges Holzmühlrad, wie es sich vor über 90 Jahren noch an diesem Ort gedreht hatte, aber der Prototyp eines Ökostrom erzeugenden und aus hochwertigem Edelstahl gefertigten Wasserrades verhieß spannende Fotomotive.
Weil die Mühle auf seinem Arbeitsweg lag, fasste Broermann den Entschluss die Entwicklung Schritt für Schritt und so oft wie mögliche fotografisch-detailliert festzuhalten. »Dass mir das gelang, verdanke ich in erster Linie dem technischen Leiter und dem »Vater« dieses Projektes und dieses Prototypen, Herrn Helmut Linning aus Ahlen. Er unterstützte mein, mit kindlicher Freude getragenes Unternehmen in der Form, dass er mir durch genaue Informationen ermöglichte, fast immer im passenden Augenblick und Moment vor Ort sein zu können. So hielt ich mit mehr als 800 digitalen Fotos so gut wie alles fest, was ich für niet- und wasserfest hielt«, erläutert Hans Broermann rückblickend.
Die Dalke
Die Dalke, auch Dalkebach – im Oberlauf auch Bullerbach – genannt, ist ein 23,8 km langer, rechtsseitiger Nebenfluss der Ems. Sie entspringt in Sennestadt und durchfließt auf rd. 15 km Länge das Gütersloher Stadtgebiet in westlicher Richtung. Entlang von Ackerflächen, Stadtpark, renaturierten Flächen und dem beliebten Dalke-Radweg nimmt die Dalke den Wapelbach auf und fließt dann in die Ems in Richtung Nordsee.
Die erste urkundliche Erwähnung der Dalke stammt aus dem Jahr 1001. Die »Delina« bzw. »Delchana« bildete die Grenze des Paderborner Forstbannes. An Mitte des 18. Jahrhunderts war die Dalke Zollgrenze. Während der Zeit des Königreichs Westfalen bildete sie die Grenze zwischen dem Dorf Gütersloh, das zum Großherzogtum Berg gehörte und der Bauernschaft Kattenstroth, die zum Königreich Westfalen gehörte.




