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2,3 Millionen für automatisiertes Transportkonzept auf Schiene und Straße

"Nachhaltige Mobilität der Zukunft: Förderbescheid für Projekt 'AuToRail OWL' übergeben – Entwicklung eines ressourcenschonenden Zweiwegefahrzeugs für den Güter- und Personenverkehr auf Schiene und Straße"

Im Projekt „AuToRail OWL – Automated Transport of Road and Rail Goods OWL“ wird ein Konzept für ein ressourcenschonendes Zweiwegefahrzeug zum Transport von Gütern und perspektivisch auch von Personen auf Schiene und Straße entwickelt. Regierungspräsidentin Anna Katharina Bölling übergab jetzt den Förderbescheid. Neben der Hochschule Bielefeld (HSBI) als Konsortialführerin sind die Universität Bielefeld, die Technische Hochschule OWL, der RailCampus OWL und die Stadt Verl sowie deren Wirtschaftsförderungsgesellschaft an dem Projekt beteiligt.

Die Regierungspräsidentin überreichte die Förderbescheide (v.l.n.r.): Prof. Dr. Rainer Rasche, TH OWL (Teilprojektleitung), Sebastian Brauner, Geschäftsführer der Verler Immobilien- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (Geschäftsführer; Teilprojektleitung), Robin Rieksneuwöhner, Bürgermeister der Stadt Verl, Prof. Dr. Franz Kummert, Universität Bielefeld (Teilprojektleitung), Prof. Dr. Rolf Naumann, HSBI, Dekan Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik (Projektleitung), Anna Katharina Bölling, Regierungspräsidentin, Prof Dr. Peter Reinold, HSBI (Teilprojektleitung), Prof. Dr. Ulrich Rückert, Universität Bielefeld, Prorektor für Digitalisierung und Dateninfrastruktur, Prof. Dr. Anant Patel, Vizepräsident für Forschung und Entwicklung an der HSBI (Foto: P. Pollmeier / HSBI)

Bielefeld (hsbi). Die Vision des Projekts „AuToRail OWL“ ist ein automatisiertes Schienenfahrzeug, das auch auf der Straße fahren kann. So könnte es einen Beitrag zur Lösung des „Letze-Meile-Problems“ leisten und die ressourceneffiziente Infrastruktur der Schiene auch für Ziele ohne unmittelbaren Gleisanschluss erschließen: Lange Strecken werden auf der Schiene zurückgelegt, Streckenabschnitte ohne Gleise auf der Straße. Und das, ohne dafür eine besondere Infrastruktur vorhalten zu müssen.

Im Kern geht es darum, den Fahrwegwechsel zwischen Straße und Schiene und umgekehrt so zu automatisieren, dass dieser mit möglichst geringem Zeitverlust erfolgt. Durch den Verzicht auf Infrastrukturmaßnahmen soll eine spätere Einbindung in das bestehende Schienennetz ermöglicht werden. Somit sollen die Vorteile der Straße, unter anderem die gute Anbindung von Betrieben, mit den Vorteilen der Schiene, wie staufreier und klimaschonender Transport, ohne zeitaufwändiges Umladen von Fracht kombiniert werden. Die Hauptanwendung des Fahrzeugs liegt besonders auf eingleisigen Bahnstrecken in ländlichen Regionen. Das Zweiwegefahrzeug kann hier einen erheblichen Beitrag für die Reaktivierung von nicht genutzten Bahnstrecken leisten. Doch vor der konkreten Anwendung steht zunächst die Entwicklungsarbeit..

Die Regierungspräsidentin überreichte die Förderbescheide an die vier Kooperationspartner (v.l.n.r.): Prof. Dr. Rainer Rasche von der TH OWL, Prof. Dr. Rolf Naumann von der HSBI (Projektleitung), Regierungspräsidentin Anna Katharin Bölling, Robin Rieksneuwöhner als Bürgermeister der Stadt Verl, Prof. Dr. Ulrich Rückert, Prorektor für Digitalisierung und Dateninfrastruktur an der Universität Bielefeld. (Foto: P. Pollmeier /HSBI)

Fahrzeug fährt automatisiert auf Schiene und Straße
Der Plan: Als Entwicklungsbasis soll ein kommerzielles Rangierfahrzeug angeschafft und umgebaut werden. Derartige Rangierroboter können ferngesteuert auf Straße und Schiene fahren, um in Bahnhöfen Güterwagen zu bewegen. Auf Basis solch eines Rangierroboters wollen die Projektpartner durch Umbauten und Erweiterungen ein fahrerloses Fahrzeug entwickeln, das automatisiert auf der Straße und der Schiene fahren kann. Kerninnovation ist der automatisierte Wechsel von Straße auf Schiene und umgekehrt. Hier soll unter anderem eine Schienenerkennung mit optischen Systemen zum Einsatz kommen.

Am ehemaligen Bahnhof in Verl-Kaunitz soll der der automatisierte Wechsel von Straße auf Schiene und umgekehrt auf einer Versuchsstrecke entwickelt werden. (Foto: Lauritz Kanne)

Versuchsstrecke am ehemaligen Bahnhof in Kaunitz
Getestet wird das Ganze auf einem Versuchsfeld im Ortsteil Kaunitz der Stadt Verl im Kreis Gütersloh. Auf dem Gelände am ehemaligen Bahnhof Kaunitz wird ein Labor mit einem Bürocontainer und einer Werkstatt aufgebaut. Die Versuche finden auf einem 200 Meter langen Teilstück der Bahnstrecke zwischen Verl und Hövelhof statt. Die Bahnstrecke ist in Besitz der Teutoburger Wald Eisenbahn GmbH und wird den Beteiligten für die dreijährige Laufzeit des Projekts zur Verfügung gestellt. Daher ist auch die Verler Immobilien- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft ein Partner im Projekt. Während des Testbetriebs werden auf den Fahrzeugen allerdings weder Personen noch Güter transportiert. Es geht in dem Projekt im Wesentlichen um die Entwicklung und Realisierung des automatisierten Ein- und Ausgleisvorgangs, also um die technische Machbarkeit.

Technische Machbarkeit für ressourcenschonendes Fahrzeug erproben
Ziel dieses Initialprojektes ist ein Demonstrationsbetrieb, um die technische Machbarkeit des Konzepts für ein wirtschaftliches, ressourcenschonendes und effizientes Zweiwegefahrzeug aufzuzeigen. Das Fahrzeug wird im Rahmen des RailCampus OWL zukünftig als Versuchsplattform zur Verfügung stehen.

Statements der Projektbeteiligten:

Regierungspräsidentin Anna Katharina Bölling:

„In Ostwestfalen-Lippe entstehen aus starken Netzwerken zukunftsfähige Lösungen. Die Projektpartner verfolgen mit AuToRail OWL eine Vision für den automatisierten Transport auf Straße und Schiene. Gerade für den ländlichen Raum zeigen solche Modellprojekte zukunftsweisend Alternativen auf.“

Prof. Dr. Anant Patel, Vizepräsident für Forschung und Entwicklung an der HSBI:

„Das Projekt AuToRail OWL ist für die HSBI von besonderer Bedeutung, da es sich perfekt in das Forschungsprofil der Hochschule und die Aktivitäten am RailCampus OWL einfügt. Mit einem Projektvolumen von rund 2,3 Millionen Euro und der Kooperation mit der Universität Bielefeld und der TH OWL wird der Zusammenschluss Campus OWL weiter gestärkt und mit dem Ansatz der ressourceneffizienten Infrastruktur ein wesentlicher Beitrag zu unseren Querschnittsthemen Digitalisierung und Nachhaltigkeit geleistet.“

Prof. Dr.-Ing. Rolf Naumann, Projektleiter, Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik der HSBI:

„Wir sind in OWL sehr erfolgreich mit neuen Mobilitätsprojekten. AuToRail ist ein weiterer Beitrag dazu.“ 

Prof. Dr. Reinhold Decker, Rektoratsbeauftragter der Universität Bielefeld für den RailCampus OWL:

„Die Arbeit an AuToRail ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung unserer Universität mit Partnern aus der Region praktisch nutzbar gemacht werden. So unterstützen wir in diesem Verbundprojekt die Entwicklung effizienter Lösungen für eine nachhaltige und klimafreundliche Verkehrswende.“

Prof. Dr. Rainer Rasche, TH OWL:

„AuToRail ist ein weiteres wichtiges Projekt im Bereich der Bahntechnik für unsere Hochschule. Wir betrachten das System Bahn ganzheitlich und wollen mit angepassten Lösungen zu einer höheren Attraktivität und Nutzung der Bahn beitragen.“

Sebastian Brauner, Geschäftsführer der Verler Immobilien- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft

„Für einen starken Wirtschaftsstandort wie die Stadt Verl ist die Entwicklung von Alternativen zum herkömmlichen Güterverkehr auf der Straße natürlich hochinteressant. Die Mobilität muss nachhaltiger werden, auch mit Blick auf den Klimaschutz. Insofern sind wir gerne Teil dieses innovativen Verkehrsprojektes und gespannt auf die Forschungsergebnisse.“

Thorsten Herbst, Erster Beigeordneter der Stadt Verl

„Wir freuen uns sehr, ein so zukunftsträchtiges Forschungsprojekt zum Schienenverkehr der Zukunft in Verl initiieren zu dürfen.“

Jürgen Tuscher, Geschäftsführer RailCampus OWL:

„Das Projekt „AutoRail“ ist aus Sicht des RailCampus OWL ein wichtiger Baustein für vernetzte multimodale Transportketten für Güter und Personen.“

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