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Alltagstaugliche Hilfe und Austausch auf Augenhöhe

Bürgerstiftung Gütersloh fördert Elterntalk

Gütersloh. Wie bekomme ich mein Kind dazu, mehr Obst und Gemüse zu essen, statt immer nur Süßes zu wollen? Wieviel Handy-, TV- und Computerkonsum ist sinnvoll und passend? Wie überwinde ich pubertäre Schweigemauern? Wie setze ich Regeln durch? Es gibt viele Fragen und Herausforderungen, denen sich Eltern stellen müssen. Beim kostenlosen offenen Elterntalk, dem fachmännisch moderierten und von der Bürgerstiftung Gütersloh geförderten Gesprächskreis, lassen sich Antworten finden. Nicht durch Vorträge oder Beratung, sondern im gemeinsamen Austausch und auf Augenhöhe. Es gilt, alltagstaugliche Ideen zu entwickeln. „Solch ein Projekt der Hilfe zur Selbsthilfe, dass das Miteinander fördert und auf Kooperation setzt, unterstützt die Bürgerstiftung gern“, sagte deren Geschäftsführerin Nina Spallek jetzt bei einem Besuch.

Den Elterntalk in Gütersloh gibt es schon seit 2017. Dabei handelt es sich um ein Projekt der Arbeitsgemeinschaft Kinder und Jugendschutz Landestelle NRW. Angedockt beim städtischen Jugendamt, treffen sich die Teilnehmer*innen regelmäßig in den Räumlichkeiten des interkulturellen deutsch-russischen Vereins Wasilissa an der Schledebrückstraße.  Möglich sind aber auch Zusammenkünfte im privaten Rahmen. Immer bringt eine ausgebildete Moderatorin ein Thema fürs Gespräch mit und behält den roten Faden in der Hand, damit jeder etwa zwei Stunden dauernde Elterntalk ergebnisorientiert endet.

Angeregter Austausch bei dem von der Bürgerstiftung Gütersloh geförderten Elterntalk: (v. l.) Vera Rath, Viktoria Opanasyk, Gyurra Lalova, Irina Scheit (Regionalbeauftragte) Ranka Bijelic (Fachbereich Jugend und Bildung), Thekla Reschke, Nina Spallek (Geschäftsführerin der Bürgerstiftung), Luba Enns und Nadiia Vlashchenkova.

„Die Atmosphäre ist immer toll. Man bekommt wirklich hilfreichen Input. So habe ich schon viel gelernt über die Rechte und Pflichten, die in Deutschland gelten. Oder wie ich meinen Kindern helfen kann, besser in der Schule klarzukommen und sich zu integrieren. Ich fühle mich nicht mehr so allein gelassen mit allem“, sagt Nadiia. Sie ist mit ihren drei Kindern vor dem Krieg in der Ukraine geflüchtet, hat alle vertrauten Kontakte hinter sich lassen müssen. Nun sitzt sie neben der Russin Luba, die bestätigt: „Der Elterntalk hilft, weil man begreift, dass andere die gleichen Erziehungsprobleme haben. Man lernt voneinander, bekommt super Tipps. Und wir lachen viel zusammen. Das tut gut.“

Moderatorin Thekla Reschke stellt klar: „Hier geht es nicht um Politik, sondern um einen offenen, gegenseitig wertschätzenden Austausch. Der dreht sich um unsere Kinder, um Erziehungs-, Ernährungs- und Schulfragen, um Medienkompetenz, Pubertät und Freizeitverhalten.“ Daraus wurde unter anderem schon ein mehrsprachiger Ratgeber (u.a. auch auf Arabisch und Kurdisch) zur Mediennutzung in der Familie entwickelt. Wesentlich sei, den Erfahrungsschatz der Eltern zu nutzen, ihnen Unterstützung im Erziehungsalltag zu leisten und sie in ihrer Handlungssicherheit zu stärken, betonen Ranka Bijelic vom Fachbereich Jugend und Bildung sowie Irina Scheit vom Verein Wasilissa als Regionalbeauftragte des Projekts. Angesichts des Erfolgs des Gütersloher Elterntalks wünschen sie sich, dass mehr Kommunen im Kreis das Angebot etablieren würden.

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