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Blutvergiftung ist auch im Kreis Gütersloh eine oft unterschätzte Gefahr

AOK NordWest zum Welt-Sepsistag am 13. September: Schnelle Hilfe ist lebensrettend

Unwissen über Sepsis kann tödlich sein: Sepsis, landläufig als ‚Blutvergiftung‘ bekannt, ist ein lebensbedrohlicher Notfall wie ein Schlaganfall oder Herzinfarkt. Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge sterben in Deutschland jährlich etwa 85.000 Menschen an einer Sepsis. Das sind doppelt so viele Todesfälle wie durch Schlaganfall und Herzinfarkt zusammen. Sie kann jeden treffen, auch im Kreis Gütersloh – und wird oft (zu) spät erkannt.

In Westfalen-Lippe wurden im vergangenen Jahr in 1.672 Fällen AOK-Versicherte mit einer Sepsis, die wegen akuter Lebensbedrohung stationär versorgt werden musste, im Krankenhaus behandelt. „Der Weltsepsistag rückt die Blutvergiftung als lebensbedrohlichen Notfall ins Bewusstsein der Menschen, denn eine Sepsis kann in jeder Lebenssituation und in jedem Alter auftreten. Durch frühzeitige Erkennung, Präventionsmaßnahmen und gezielte Behandlung wären viele Erkrankungen vermeidbar,“ sagt AOK-Serviceregionsleiter Matthias Wehmhöner.

Auch Virusinfektionen der Atemwege und anderer Organe können zu einer Sepsis führen. Treten zusätzlich Fieber, Schüttelfrost, erhöhter Puls, erschwerte Atmung oder ein starkes Krankheitsgefühl auf, sind das Warnzeichen für eine mögliche Sepsis. Foto: AOK/hfr.

Die Blutvergiftung ist die schwerste Verlaufsform einer Infektion. Sie entsteht, wenn die körpereigene Immunabwehr außer Kontrolle gerät und damit beginnt, die eigenen Organe zu schädigen. Nicht nur Bakterien, auch Virusinfektionen der Atemwege und anderer Organe können zu einer Sepsis führen, etwa bei COVID-19, Lungenentzündung oder Grippe sowie bei Entzündungen der Harnwege. Infizierte Wunden wie Schnittverletzungen oder Insektenstiche sind also nicht die häufigste Ursache einer Sepsis. Unbehandelt ist die Blutvergiftung immer tödlich. Jede Verzögerung verschlimmert die Langzeitfolgen und verringert die Überlebenschancen. Etwa 75 Prozent der Sepsis-Überlebenden leiden an Langzeitfolgen. Diese können unter anderem zu Konzentrationsschwächen, Depressionen und chronischen Schmerzen bis zur Amputation von Gliedmaßen, eingeschränkter Leistungsfähigkeit oder Pflegebedürftigkeit führen.

Kommen zu den Anzeichen einer akuten Infektion noch Fieber, Schüttelfrost, erhöhter Puls, erschwerte Atmung oder ein starkes Krankheitsgefühl hinzu, ist das ein Warnzeichen für eine mögliche Sepsis. „Wichtig ist eine schnelle und frühzeitige Behandlung. Wer bei einer akuten Infektion zusätzlich eines dieser Anzeichen bemerkt, sollte sicherheitshalber den ärztlichen Notdienst anrufen“, sagt Wehmhöner.

Infizierte Wunden wie Schnittverletzungen oder Insektenstiche können bereits zu einer Sepsis führen, daher sind Hygiene und eine gute Wunddesinfektion wichtig. Foto: AOK/hfr.

Um sich vor einer Sepsis und ihren Folgen zu schützen, sind Hygiene, eine gute Wunddesinfektion und-pflege sowie eine konsequente Behandlung wichtig. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt zudem Schutzimpfungen. Alle zugelassenen Impf­stoffe sind vielfach geprüft, sicher und wirk­sam. Impfen lassen sollten sich vor allem Menschen, die ein erhöhtes Risiko haben, an einer Infektion schwer zu erkranken (zum Beispiel ältere Menschen, Klei­nkinder oder Menschen mit Vorerkrankun­gen oder einem schwachen Immunsystem).

Weitere Infos zu Sepsis unter www.sepsis-stiftung.de oder  www.deutschland-erkennt-sepsis.de, eine Aktion, die die AOK bundesweit unterstützt.

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