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Seniorenrat aus Güterslohs Partnerstadt Graudenz zu Besuch

Austausch über aktuelle Probleme und Projekte steht im Vordergrund

Gütersloh (gpr). Wie holt man Seniorinnen und Senioren aus der Einsamkeit? Wie hält man Traditionen am Leben und wie schafft man es, die Hemmungen älterer Menschen vor der digitalen Welt abzubauen? Diese Themen bewegen nicht nur den Gütersloher Seniorenbeirat, sondern auch die Akteure und Akteurinnen der Seniorenarbeit in Güterslohs polnischer Partnerstadt Grudziądz (Graudenz), wo das offizielle Gremium „Seniorenrat“ heißt. Von der langjährigen Städtepartnerschaft profitierten die Mitglieder aus beiden Städten jetzt bei einem Treffen in Gütersloh, bei dem vor allem der Austausch über aktuelle Probleme und Projekte im Vordergrund stand. „Es ist wirklich schön, dass nach der langen Corona-Pause jetzt wieder ein Besuch hier bei uns in Gütersloh stattfinden kann“, so Jürgen Jentsch, Vorsitzender des Seniorenbeirats Gütersloh. Er freut sich vor allem über den regen Austausch zwischen den beiden Gruppen: „Wir reden über Dinge, die grundsätzlich überall fast gleich sind. Die Probleme in Graudenz sind dieselben wie hier bei uns. Gerade deshalb kann man voneinander lernen und Inspirationen für die eigene Arbeit gewinnen.“

Sieben Mitglieder des Seniorenbeirats aus dem polnischen Graudenz waren in Gütersloh zu Besuch, um die Partnerschaft zu stärken und vom Austausch zu profitieren. Trotz Nieselregen blieb die Stimmung während der Stadtführung ungetrübt. Foto: Stadt Gütersloh

Das wurde auch beim Austausch im offiziellen Ambiente des Ratssaals deutlich: Sowohl in Graudenz als auch in Gütersloh werden Projekte gemeinsam mit der Jugend angestrebt, es gibt Angebote zum Kreativsein und Zusammenkommen, und Kurse zum Umgang mit Smartphone und Computer sollen Hemmungen vor der digitalen Welt abbauen. Auch Lidia Chmielewska, Vorsitzende des Graudenzer Seniorenrats, betont die Gemeinsamkeiten: „Die Aufgabengebiete sind sehr ähnlich und es tut gut, Erfahrungswerte zu verschiedenen Themen auszutauschen, gerade auch über Landesgrenzen hinaus.“

BU Botanischer Garten: Beeindruckt vom Gütersloher Stadtpark: Die polnischen Gäste nahmen einige Ideen für die Gestaltung des Botanischen Gartens in Graudenz mit. Foto: Stadt Gütersloh

Bei dem Besuch der sieben Mitglieder des Graudenzer Seniorenrats durfte natürlich auch ein begleitendes touristisches Programm nicht fehlen. Im Rahmen der klassischen Stadtführung begrüßte der Beigeordnete für Kultur und Weiterbildung Andreas Kimpel die Gäste in der Skylobby des Theaters und berichtet über das von ihm initiierte Kulturprojekt „C-City“, in dem auch Graudenz engagiert ist. Zudem besuchte die Gruppe das Stadtmuseum und nahm an der Eröffnung des Gütersloher Schinkenmarkts teil. Hier ließ es sich Bürgermeister Norbert Morkes nicht nehmen, die polnischen Gäste in deren Landessprache mit einem „Witamy serdecznie w Gütersloh!“ („Herzlich willkommen in Gütersloh!“) zu begrüßen. Besonders beeindruckt waren die Gäste schließlich vom Stadtpark. Dort wurden eifrig Fotos geschossen, die als Inspiration für den eigenen Botanischen Garten in Graudenz dienen sollen. Zuletzt bekamen die Gäste noch Gelegenheit, die Anlage des Seniorenzentrums Wilhelm-Florin-Haus zu besichtigen und einen Einblick in das Projekt „Digitale Probierstadt“ zu erhalten. Im Projekt sollen Seniorinnen und Senioren spielerisch und niedrigschwellig an die digitale Welt herangeführt werden, um eine größere Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. So gibt es im Eingangsbereich des Wilhelm-Florin-Hauses beispielsweise ein digitales Memory-Spiel, bei dem die einzelnen Bilder auf einen Tisch projiziert werden – eine Idee, die auch bei den polnischen Gästen sehr gut ankam. Im nächsten Jahr wollen Mitglieder des Gütersloher Seniorenbeirats dann wieder zu einem Gegenbesuch nach Graudenz aufbrechen.

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