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Wohnungslosenhilfe

Wohnungslosenhilfe der Diakonie verschenkt 10.000 Euro in Lebensmittelgutscheinen an 200 Wohnungslose

Kreis Gütersloh, 19.12.2023. Im Stil eines kleinen Weihnachtsmarkts hat die Diakonie Gütersloh kürzlich ihre traditionelle Adventsfeier für Menschen in Wohnungsnot veranstaltet. Mehr als 300 Besucherinnen und Besucher freuten sich über Bratwürstchen, Pfannkuchen und Heißgetränke. Dazu gab es Sachspenden, Eintrittskarten und Weihnachtstüten mit 50-Euro-Lebensmittelgutscheinen. Gesamtwert der Gutscheine: 10.000 Euro.

Der städtische Beigeordnete Henning Matthes (r.) war auch in diesem Jahr unter den Gästen, verschenkte Weihnachtstüten und ließ sich von Betroffenen über ihre Notlagen berichten. Links: Jan Sassenberg, Leiter der Wohnungslosenhilfe, und Ruth Prior Dresemann, Geschäftsführerin der Gütersloher Tafel.
© Diakonie Gütersloh

Der Andrang war in diesem Jahr besonders groß. Auch viele Bewohnerinnen und Bewohner der städtischen Notunterkünfte hatten sich eingefunden. Dazu Jan Sassenberg, Leiter der Wohnungslosenhilfe: „Es freut uns, dass wir neben den Kunden unserer Beratungsstelle eine so große Zahl an Menschen aus dem städtischen Obdach erreichen konnten. Wohnungslose und Sozialleistungsbezieher sind durch die gestiegenen Lebenshaltungskosten besonders belastet. Das Geld reicht hinten und vorn nicht. Umso dankbarer sind wir, die Menschen nicht nur mit einer schönen Feier, sondern darüber hinaus mit Lebensmittelgutscheinen im Wert von 50 Euro beschenken zu können.“

Die Gütersloher Tafel hatte Süßigkeiten für die Geschenktüten beigesteuert. Örtliche Geschäfte gaben Sachspenden und Eintrittskarten als Tombola-Preise.

Die Gutscheine finanzierte der „Stärkungspakt NRW – Gemeinsam gegen Armut“. Das Förderprogramm war als Antwort auf die krisen- und inflationsbedingten Belastungen von Menschen aus einkommensarmen Haushalten aufgelegt worden. Jan Sassenberg zufolge hat der Stärkungspakt viel Gutes in 2023 bewirkt: „Freie Träger wie die Diakonie können dadurch unkompliziert in akuten Notlagen helfen. Schade nur, dass für nächstes Jahr keine Fortsetzung des Programms geplant ist.“

Infokasten

Die Wohnungslosenhilfe der Diakonie Gütersloh setzt sich seit mehr 30 Jahren für von Wohnungsnot betroffene Menschen ein. Die Beratungsstelle finanziert sich neben Zuschüssen von Land und Kreis über Spenden: Spendenkonto: Diakonie Gütersloh e.V. Bank für Kirche und Diakonie eG – KD-Bank – IBAN DE50 3506 0190 2118 1550 28 – BIC GENODED1DKD – Zweck: Wohnungslosenhilfe

Fakten zur Wohnungslosigkeit

In der Fachberatungsstelle der Diakonie wurden in 2023 über 400 Hilfesuchende beraten. Vor zehn Jahren waren es noch weniger als 300 Menschen gewesen. Viele der Hilfesuchenden nutzen die Beratungsstelle als Postadresse, um darüber Sozialleistungen beantragen zu können. „Es gibt weit mehr Beratungsanfragen, als wir annehmen können“, sagt Jan Sassenberg. Jährlich werden über 1.000 Beratungsgespräche dokumentiert und statistisch erfasst. Die Gesamtzahl der Klienten-Kontakte liegt bei über 3.000, denn Kurzberatungen, Postausgaben, Telefonate und Gespräche im Café Kanne bleiben undokumentiert.

Das Betreute Wohnen der Diakonie mit seinen 18 Wohnplätzen bietet jedes Jahr Unterkunft und Hilfe für bis zu 40 Menschen. In den stadtnah gelegenen Wohngemeinschaften und Einzelappartements können Menschen in sozialen Notlagen, Haftentlassene und Menschen mit Sucht- und psychischen Problemen wieder Fuß fassen und einen Neustart wagen. Dazu kommen Dutzende von Menschen mit sozialen Schwierigkeiten, die die Wohnungslosenhilfe ambulant unterstützt, um so den Wohnungsverlust zu verhindern.

In Deutschland ist der Bestand an Sozialwohnungen seit 1990 um 60 Prozent gesunken, während der Niedriglohnsektor ausgeweitet wurde. Der Wohnungslosenbericht des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales bestätigt die dramatische Verschärfung der Wohnungsnot in Deutschland. Seit 2017 hat die Zahl wohnungsloser Menschen um mehr als 40 Porzent zugenommen. Inzwischen leben 178.000 Menschen in Notunterkünften und Einrichtungen, weitere 49.000 Menschen sind verdeckt wohnungslos und 37.000 Menschen leben auf der Straße oder in Behelfsunterkünften. (Quelle: Wohnungslosenbericht 2022 des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales).

Im Kreis Gütersloh ist der Bestand an Sozialwohnungen zwischen 2015 und 2020 von 5.800 Sozialwohnungen auf 5.400 Wohnungen gesunken und schrumpft weiter. (Quelle: NRW.BANK Wohnraumförderung). Immer mehr Wohnungen fallen aus der Mietpreisbindung.

In der Stadt Gütersloh wird der mietpreisgebundene Wohnraum bis 2030 um weitere 25 Prozent auf 1.500 Wohnungen sinken. Es werden zusätzliche 1.000 Sozialwohnungen gebraucht (Quelle: Empirica, 2020, Wohnungsbaubedarf der Stadt Gütersloh bis 2035). Die Wohnungsnot zeigt sich besonders deutlich in den städtischen Notunterkünften: Dort sind zurzeit über 200 Menschen untergebracht. Immer mehr Zimmer müssen mehrfach belegt werden. Die Wohnungsknappheit betrifft insbesondere alleinstehende Menschen. Eine 50 qm große Wohnung in Gütersloh kostet laut Mietspiegel zurzeit im Schnitt 460 bis 500 Euro Kaltmiete einschließlich Betriebskosten. Das Jobcenter erlaubt aber nur 431 Euro Bruttokaltmiete. Für Menschen im Bürgergeld steht also immer weniger bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung.

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