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  • 29.04.2026
  • Ausgabe 122
  • RegioCarl

60 JAHRE MENSE GMBH

VOM FEUER EINER SCHMIEDE ZUR MOBILITÄT DIE DIE WELT BEWEGT
CarlMakesMedia Redakteurbild

CarlMakesMedia

FOTO: MENSE FAMILIENFOTOS | TEXT: CARLMAKESMEDIA

Eine ostwestfälische Erfolgsgeschichte zwischen Amboss und Zukunftsvisionen.

Mense GmbH

Vom Feuer einer Schmiede zu einer Erfolgsstory, die weit über den klassischen Autohandel hinausgeht. Die Geschichte des Autohauses Mense beginnt nicht mit glänzenden Showrooms oder großen Markenlogos, sondern in einer Schmiede in Oelde. Vier Generationen Handwerk, Feuer, Metall, verbunden mit einem Verständnis dafür, dass Dinge Bestand haben müssen, wenn man sie ernst meint. Diese Haltung zieht sich bis heute durch. Auch wenn sich das Material verändert hat, von Eisen zu Elektronik und vom Amboss zu Diagnosegerät.

Foto: »Hugo Mense links mit Arbeitskollegen und Kunden um 1958«

Anfang der 1950er Jahre verschlägt es Hugo Mense nach Gütersloh. Eigentlich nur für eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker bei der Autohilfe Müther. Dass daraus ein Lebensweg wird, war nicht geplant. Dass er dort Irmgard Mense, die Tochter von Franz Müther, kennenlernt, ebenfalls nicht. Aber genau so entstehen oft die Geschichten, die später wie Strategie aussehen – obwohl sie aus Entscheidungen im richtigen Moment gewachsen sind.

1959 übernehmen Hugo und Irmgard Mense Verantwortung im Automobilbereich. Zunächst mit Borgward,  einer Marke, die heute fast vergessen ist, damals aber für Qualität stand. Nur wenige Jahre später folgt der Bruch: Borgward geht in die Insolvenz. Ein Rückschlag und gleichzeitig der Anfang von etwas Neuem. 1964 entsteht an der Gneisenaustraße in Gütersloh die Keimzelle des Unternehmens, durch einen Servicevertrag für Volkswagen.

Foto: »Matthias Mense mit Großvater Franz Müther.«

Dieser Standort ist bis heute mehr als nur ein Betriebsgelände. Die Gneisenaustraße ist Ursprung und Rückgrat zugleich. Hier wurde improvisiert, aufgebaut, erweitert. Hier passten anfangs zwei Fahrzeuge in die Ausstellung – heute ist es ein gewachsener Standort, der über Jahrzehnte hinweg mit dem Unternehmen mitgegangen ist.

Ein Ort, an dem man die Entwicklung nicht nur erzählen, sondern spüren kann.

Es ist die Zeit, in der Wachstum nicht laut passiert, sondern Schritt für Schritt. Dann kommt die Ölkrise 1973. Autos stehen, Sonntagsfahrverbote, Unsicherheit. Doch das Unternehmen bleibt stabil. 1975 folgt der nächste Meilenstein: der Händlerstatus für Volkswagen und Audi. Wieder kein großer Knall, sondern ein weiterer Baustein.

Foto: »1960 Ansicht der Motoreninstandsetzungswerksatt«

Der eigentliche Wendepunkt kommt 1985.
Ein Anruf. Seine Mutter. Der Vater liegt im Krankenhaus. »Kannst du mal drei Wochen aushelfen?« Aus drei Wochen wird eine Entscheidung, die alles verändert.
Mit Anfang zwanzig steht Matthias Mense plötzlich vor einem Betrieb, der nicht optimal läuft. 16 Mitarbeiter, mehrere Wettbewerber im direkten Umfeld, wenig Spielraum. Und die Erkenntnis: Wenn man so weitermacht wie bisher, wird man nicht bestehen.

Dabei kommt er alles andere als unvorbereitet zurück. Seine Ausbildung ist klar, konsequent und ungewöhnlich zielgerichtet: eine verkürzte Lehre im Automobilbereich – bewusst nicht im eigenen Betrieb, sondern bei einem Wettbewerber, um Distanz und Perspektive zu gewinnen. Danach Fachabitur, im Anschluss die Bundesfachschule für Betriebswirtschaft – abgeschlossen als Diplom-Betriebswirt. Mit gerade einmal 21 Jahren ist er fachlich bereits komplett aufgestellt. Ergänzt wird das Ganze durch praktische Erfahrung außerhalb: ein Volontariat bei einem Händlerkollegen, bewusst gewählt, um über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen.

Foto: »Franz Müther 1934 mit Tochter Irmgard Mense geb. Müther«

Was er mitbringt, ist also nicht nur Energie, sondern Substanz. Handwerkliches Verständnis, kaufmännische Klarheit und ein Blick für Zusammenhänge. Und trotzdem: Theorie und Realität sind zwei verschiedene Dinge.

Also fällt eine Entscheidung, die typisch für diese Geschichte ist: Nicht vorsichtig, sondern konsequent. Er bleibt.

Foto: »Irmgard Mense geb. Müther 1951 beim Richtfest«

Die ersten Jahre sind geprägt von Arbeit, die heute kaum noch vorstellbar ist. Sieben Tage die Woche. Verkauf, Organisation, Strategie – alles gleichzeitig. Kein großes Team, keine Absicherung. Nur die Überzeugung, dass Wachstum kein Risiko ist, sondern die einzige Chance. Diese Phase ist kein romantischer Aufbau. Es ist harte Realität. Aber genau hier entsteht die Grundlage für alles, was später kommt. In den 90er-Jahren nimmt die Entwicklung Fahrt auf. Die Wiedervereinigung bringt Nachfrage, Bewegung, Möglichkeiten. Gleichzeitig verändert sich der Markt. Händler verschwinden. Strukturen brechen auf. Am Ende bleibt von zehn Betrieben im Umfeld nur einer: Mense

Foto: »Hugo Mense mit einem Arbeitskollegen um 1954«

Nicht, weil es keine Krisen gab – sondern weil investiert wurde, während andere gezögert haben. Grundstücke werden gekauft, Flächen erweitert, neue Bereiche aufgebaut. Oft gegen Widerstände. Oft begleitet von Zweifeln. Aber immer mit dem gleichen inneren Antrieb: weiterdenken, weitergehen. 2008 zeigt, dass Wachstum keine Einbahnstraße ist. Die Finanzkrise trifft auch Mense. Verluste, Unsicherheit, Druck. Doch anstatt sich zurückzuziehen, wird neu ausgerichtet. Der Gebrauchtwagenbereich wird konsequent ausgebaut, Strukturen werden angepasst, Chancen werden genutzt. Es geht nicht darum, Fehler zu vermeiden – sondern darum, sich davon nicht stoppen zu lassen.

Foto: »Ansicht der Tankstelle ca. 1948«

Kontakt:

Mense GmbH
Gneisenaustraße 1
33330 Gütersloh

Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag
08.00 Uhr bis 18:00 Uhr

Samstag
09:00 Uhr bis 13:00 Uhr