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  • 10.11.2023
  • Ausgabe 94
  • RegioCarl

Danielas Blog – Staudensichtungen im Hermannshof

Die wunderbare Welt der Pflanzen
Daniela Redakteurbild

Daniela

Content-Redakteurin

Hermannshof: Ein Garten voller Geschichten

Staudenvielfalt im historischen Hermannshof

In Weinheim an der Bergstraße dreht sich im Garten vom Hermannshof alles rund um das Thema Stauden. In einer über 2,2 Hektar großen Grünanlage sind hier tausende von krautigen Pflanzen zu sehen. Und, es gibt viele Gehölze, die in der ganzen Welt beheimatet sind. Bereits im 18. Jahrhundert stand hier ein herrschaftlicher Sommersitz. Um 1820 wurde dann ein klassizistisches Herrenhaus errichtet. Ende des 19. Jahrhunderts kam das Anwesen in den Besitz der Industriellenfamilie Freudenberg. Seit 1900 trägt es den Namen Hermannshof nach dem Unternehmer Hermann Ernst Freudenberg (1856–1923).

Der Beginn der wunderbaren Sammlung war ein Zweig einer Myrte (Myrtus communis) aus dem Brautschmuck von Helene Siegert anlässlich ihrer Hochzeit 1879 mit Hermann Ernst. Damals im Garten ausgepflanzt, ist die Myrte mittlerweile zu einem stattlichen Baum herangewachsen, der zur Überwinterung ein eigens Glashaus benötigt. In den nachfolgenden Jahren gestaltete die Familie den Garten weiter. Zwischen 1981 und 1983 wurde der Park zu einem Schau- und Sichtungsgarten für Stauden umgestaltet. 1983 wurde der gemeinnützige Verein „Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof e. V.“ gegründet. Dieser pachtete das Gelände von der Firma Freudenberg, dem jetzigen Eigentümer.

Danielas Blog – Staudensichtungen im Hermannshof
Danielas Blog – Staudensichtungen im Hermannshof

Heute werden die laufenden Kosten für die Unterhaltung des Geländes zu 70% von der Unternehmensgruppe Freudenberg, zu 20% von der Stadt Weinheim und zu 10% aus Einnahmen des Gartens finanziert. Anfang 2023 wurde die wissenschaftliche Arbeit im Hermannshof ohne Erklärung eingestellt und die Stelle des wissenschaftlichen Leiters entfiel. Die Zusammenarbeit mit Cassian Schmidt, dem zuletzt tätigen Leiter, wurde beendet.

Das Ziel des Gartens war Pflanzenkombinationen auf ihre Verwendungsfähigkeit in Privatgärten und dem öffentlichen Grün zu untersuchen. Vor allem in den letzten Jahren wurden Schwerpunkte bei der Auswahl auf das Verhalten der Stauden bei Trockenheit und Hitze, insbesondere bei zunehmenden klimatischen Veränderungen gelegt. Ein weiterer wichtiger Aspekt war die kosteneffiziente Pflege von Staudenpflanzungen, gerade aus Sicht der Kommunen. Wie die Zukunft des Hermannshofs aussieht ist aktuell noch unklar. Auf jeden Fall ist der Wegfall des Sichtungsgedanken ein großer Einschnitt für die Fachwelt.

Danielas Blog – Staudensichtungen im Hermannshof
Danielas Blog – Staudensichtungen im Hermannshof

Neben den verschiedenen Staudenkompositionen und der Brautmyrte gibt es im Hermannshof einige Gehölzraritäten. Wie z.B. die 1770 gepflanzte Morgenländische Platane (Platanus orientalis), das älteste Gehölz der Anlage. Oder ein 1888 gepflanzter Riesenmammutbaum (Sequoiadendron giganteum), ein großer Ginkgo (Ginkgo biloba), über 130 Jahre alte Magnolien und ein Blauregen-Laubengang von 1924. Auch der Taschentuchbaum ist mittlerweile ein Traumbaum.

Aber ganz egal, ob Sie Stauden lieben oder auch nicht, der Besuch des Hermannshof begeistert jeden. Statten Sie dem kostenfrei zugänglichen Garten Ihren Besuch ab!