FOTOS & TEXT: DANIELA TOMAN
EINE REISE ZU DEN 7 SCHWESTERN Die Liparischen Inseln, auch als Äolische Inseln bekannt, bilden eine Inselgruppe im Tyrrhenischen Meer nördlich von Sizilien. Sie bestehen aus sieben bewohnten Inseln, die oft als die »sieben Schwestern« bezeichnet werden. Seit ihrer Ernennung zum UNESCO-Weltnaturerbe im Jahr 2000 erfreuen sie sich großer Beliebtheit. Die Inselgruppe ist vulkanischen Ursprungs. Der Stromboli auf der gleichnamigen Insel ist der einzige dauerhaft aktive Vulkan Europas, während der Grande Fossa auf der Insel Vulcano als ruhend gilt, jedoch mit leichterer Aktivität der potenziell gefährlichere Vulkan der Region ist.

Ein Spaziergang durch die verwinkelten Gassen der hügeligen Stadt ist ein absolutes Muss. Überall finden sich kleine Geschäfte, und je weiter man sich vom Hafen entfernt, desto ruhiger wird es. Das bedeutendste religiöse Bauwerk der Insel ist die Kathedrale von San Bartolomeo, die im 16. Jahrhundert errichtet wurde und innerhalb der Festungsanlage liegt. Direkt daneben gibt es zahlreiche Ausgrabungsstätten. Ein Großteil der Funde wird im Archäologischen Museum ausgestellt, das die Geschichte der Äolischen Inseln dokumentiert.
Lipari
Die Liparischen Inseln erreicht man am einfachsten mit der Fähre, da es keinen Flughafen gibt. Täglich verkehren Boote von den sizilianischen Häfen Milazzo und Messina. Ich selbst habe die Überfahrt mit der Fähre von Tropea aus unternommen. Die Hauptstadt des Archipels liegt auf Lipari, der größten und bevölkerungsreichsten Insel der Gruppe. Hier legen nicht nur kleinere Boote und Fähren an, sondern auch große Kreuzfahrtschiffe. Über der Stadt erhebt sich eine imposante Festung, die an der Stelle einer einstigen griechischen Akropolis errichtet wurde. Innerhalb der Festungsanlage befinden sich das Schloss, mehrere Wohn-, Religions- und Museumsgebäude, sowie ein archäologischer Park.


Stromboli
Die Insel Stromboli beherbergt einen der aktivsten Vulkane Europas, der eine Höhe von etwas über 900 Metern erreicht. Sie diente als Schauplatz für das Melodrama Stromboli mit Ingrid Bergman in der Hauptrolle. Besonders eindrucksvoll lässt sich der feuerspeiende Vulkan vom Wasser aus beobachten, wenn er täglich schätzungsweise 700 Kubikmeter Lava ausstößt. Nach der Ankunft im Hafen Porto di Stromboli im Südwesten der Insel führt ein steiler Pfad hinauf nach San Vincenzo, wo sich die gleichnamige Kirche befindet.
Wer den Weg weitergeht, gelangt zum örtlichen Friedhof, von dem aus sich ein schöner Blick auf das Meer und die vorgelagerte Felseninsel Strombolicchio eröffnet. Neben dem beeindruckenden Naturschauspiel des Vulkans bietet die Insel eine unberührte Landschaft mit zahlreichen Wanderwegen. Hier kann man eine vielfältige Pflanzenwelt entdecken: Neben den in Südeuropa verbreiteten Bougainvillen gedeihen überall Opuntia-Kakteen und Dattelpalmen, die das mediterrane Ambiente der Insel unterstreichen.


Vulcano
Die Insel Vulcano ist die drittgrößte und zugleich südlichste Insel des Archipels. Ihr Name ist hier Programm: Der Grande Fossa befindet sich zwar in einer Ruhephase, doch die letzte Eruption ereignete sich im Jahr 1888. Ständig entweichen Rauchschwaden aus seinen Flanken, und ein erneuter Ausbruch wäre theoretisch jederzeit möglich. Schon beim Anlegen der Fähre nimmt man den intensiven Schwefelgeruch wahr, der an faule Eier erinnert – ein typisches Merkmal vulkanischer Gebiete. Nach einem kurzen Spaziergang erreicht man eine beeindruckende Felslandschaft, die in leuchtenden Farben von Schwefelgelb bis Zinn schimmert.
Bei einer Tagestour sind die Aufenthalte auf den Inseln leider recht kurz, doch sie reichen aus, um einen ersten Eindruck zu gewinnen. Wer die Schönheit der Inseln intensiver erleben möchte, sollte jedoch mehrere Tage einplanen. Eines ist sicher: Irgendwann werde auch ich hierher zurückkehren!
