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  • 01.07.2026
  • Ausgabe 124
  • RegioCarl

ECHTES INDIEN – PART 2

WO MÜHLSTEINE KLAPPERTEN UND BADEGÄSTE PLANSCHTEN
Dana Beckebans Redakteurbild

Dana Beckebans

FOTOS UND TEXT: DANA BECKEBANS

Wenn das Fernweh ruft!

Die folgende Fotostrecke ist eine Fortsetzung des ersten Teils, der in der letzten Ausgabe zu sehen war. Dort waren Fotos meiner Reise aus Goa, Gokarna und weiteren Orten zu sehen. Dieser zweite Part zeigt Bilder aus der kleinen Stadt Bundi im Süden Rajasthans und der Landeshauptstadt Neu-Delhi.

In Delhi selbst blieb ich nur zwei Nächte und machte mich dann schnell auf den Weg heraus aus dieser turbulenten Stadt. Über Jaipur und Pushka führte es mich dann – durch die Empfehlung einer Japanerin, die ich unterwegs kennenlernte – in die kleine Stadt Bundi. Die lange Fahrt mit dem Localbus, lehrte mich nicht nur, dass man sich wenn möglich nicht auf Höhe der Achsen niederlässt, sondern belohnte mich auch mit dem wunderschönen Anblick des Taragarh Fort; eine Festung, die weit oben an einem Hügel in über 400 Metern erbaut wurde. In den frühen Abendstunden konnte ich von der Dachterrasse meines Hotels die sandsteinfarbene Burg in der Abendsonne bewundern.

Doch auch eine Besichtigung von Nahem lohnt sich. Wenn man den unebenen, verwinkelten Weg hinauf zur Festung erstmal hinter sich gelassen hat, hat man eine fantastische Aussicht über die Stadt. Auf etwa halber Höhe gelangt man in eine Art Innenhof, mit einer schönen Gartenanlage.

Am hinteren Ende führt eine kleine Steintreppe hoch zu einem Bereich mit buntbemalten Wänden. Die filigranen Malereien reichen zurück bis ins 16. Jahrhundert und sind, obwohl sie ein wenig an Farbe verloren haben, dadurch nicht weniger beeindruckend. Es lässt sich erahnen wie strahlend das Blau früher gewesen und es im Kontrast zu dem verarbeiteten Blattgold ausgesehen haben muss. Auch wenn dieser Komplex nicht sehr groß ist, hat er doch einiges zu bieten, wenn man etwas Interesse an Kunst und Kultur hat. Die detaillierten Malereien machen das Ganze zu einem Miniaturwunderland, in dessen Märchen man sich für einige Zeit verlieren kann. Unten wieder angekommen wurde ich von einer Familie eingeladen, den „best lassi in Bundi“ zu probieren.

Der Lassi ist ein traditionelles indisches Getränk auf Joghurtbasis, vergleichbar mit Ayran. Die üblichen Varianten sind meist süß oder salzig, oftmals wird er aber auch mit Nüsse oder Mango o.Ä. gemixt. Jedenfalls genau das Richtige bei den Temperaturen und nach dem Ausflug auf die „Sternenfestung“. Und nein, sie hatten nicht zu viel versprochen, der Lassi mit Trockenfrüchten, war wirklich sehr gelungen.

Was während der Zeit in Bundi zu einem schönen Ritual geworden ist, war ein gemütlicher Abendspaziergang um den „Nawal Sagar Lake“. Sobald die Dämmerung beginnt, wird die Burg in einem schönen orangenen Licht angestrahlt und spiegelt sich in der Wasseroberfläche des Sees wider. Da es von Sonnenuntergang bis zur völligen Dunkelheit nur etwa eine Stunde dauert, kann man ganz bald nach einem warmen Tag die kühle Abendluft genießen.

 

Kontakt:

Dana Beckebans
d.beckebans@gmail.com