TEXT: MATTHIAS BORNER | POSTKARTEN: FÖRDERKREIS STADTPARK-BOTANISCHER GARTEN GÜTERSLOH E.V.
Einige wunderbare Zeitzeugen in Form von Postkarten haben wir heute ausgewählt, damit sie nicht in Vergessenheit geraten. Anlässlich des Stadtjubiläums passt das doch wunderbar fanden wir vom CARL und stellen sie euch hier vor.

1961
»Met vriendelijke groeten uit Duitsland« – mit diesen freundlichen Grüßen aus Deutschland schickte der Absender 1961 diese Postkarte. Sie zeigt den Heckengarten, ging jedoch nicht in die Niederlande, sondern nach Menen in Westflandern, Belgien.
1977
Diese Postkarte wurde 1977 innerhalb Güterslohs verschickt. Auf der Rückseite findet sich eine mit der Schreibmaschine getippte Absage – offenbar auf eine Einladung zum Klassentreffen. Das Motiv zeigt die Badstraße mit dem Kurhaus Güthenke auf der linken Seite.


1910 »Kolorierte Postkarte«
Diese kolorierte Postkarte stammt aus der Kunstanstalt Hermann Lorch in Dortmund. Sie zeigt den Altarm der Dalke – an genau der Stelle, wo heute die Liebesschlösserbrücke über das Wasser führt. Der Blick geht in Richtung Badstraße.
1911 »Partie im Gütersloher Stadtwald«
»Partie im Gütersloher Stadtwald« – so lautet die Bildunterschrift dieser Postkarte aus dem Jahr 1911. Der abgebildete Ort veränderte sich im Laufe der Zeit: Es entstand dort die Luftnachrichtenkaserne sowie ist das Mansergh- Quartier. Die Karte wurde damals nach Hagen i. W. geschickt.


1925
Diese Postkarte, die 1925 nach Sterkrade verschickt wurde (eine Stadt, die wenige Jahre später in Oberhausen aufging), zeigt das Wohnhaus von Karl Rogge. Der »Vater des Botanischen Gartens« lebte mit seiner Familie mitten im Park – genau dort, wo sich heute der Lavendelgarten befindet.
1938
Ein außergewöhnliches Exponat: eine Postkarte, die Militärflugzeuge und den Botanischen Garten in einem Motiv vereint. 1938 wurde sie von einem Soldaten an seine Familie in Wuppertal-Langerfeld geschickt. Auf der Rückseite schrieb er: »Meine Lieben! Leider habe ich den Urlaub nicht in der gewünschten Länge erhalten. Ich komme Montagabend ziemlich spät an und muss am Mittwochmorgen um 7 Uhr wieder hier sein. Unser Kompaniechef hat diese Woche gewechselt, der neue scheint eine ähnliche Marke zu sein.«


1959
»Das auf dieser Karte sichtbare Haus ist meine Arbeitsstätte«, schrieb die Absenderin 1959 an ihre Freundin. Diese war in der »Pension Edeltraute« in Seefeld/Tirol untergebracht – oder arbeitete dort.
1972 »Saisonal bepflanzte Beete«
Diese Postkarte mit den saisonal bepflanzten Beeten (Steht an der Stelle heute der Kugelahorn mit der Rundbank? Wir vom CARL gehen mal nachschauen!) sollte offenbar auffallen: Sie wurde 1972 nach Berlin geschickt, um an einem Gewinnspiel teilzunehmen.


»Hättet ihr Interesse, zum Feiertag (17.6.) nach hier zu kommen? Es wird euch sicherlich in Gütersloh gefallen«, schrieben die Absender dieser Karte und boten sogar an, die angeschriebene Familie in Soest mit dem Auto abzuholen. Die Karte stammt aus den 1970er-Jahren. Von 1954 bis 1990 war der 17. Juni in der Bundesrepublik Deutschland als »Tag der deutschen Einheit« ein gesetzlicher Feiertag – in Erinnerung an den Volksaufstand von 1953 in der DDR.