FOTOS & TEXT: DANIELA TOMAN
PART 41 DANIELAS BLOG

HISTORISCH, VIELFÄLTIG, LEHRREICH
Im Stadtteil El Botànic in Valencia wurde 1802 ein Botanischer Garten eröffnet. Er ist damit der älteste Garten der Stadt und war von Beginn an eng mit der Universität verbunden. Bereits im 16. Jahrhundert existierte in Valencia ein Heilpflanzengarten, in dem medizinische Kräuter angebaut wurden. Bis heute wird der Garten für Forschungs- und Studienzwecke genutzt und ist zugleich gegen eine Eintrittsgebühr für Besucher geöffnet. Tritt man aus der sommerlichen Hitze der Stadt in die vier Hektar große Anlage ein, umfängt einen sofort eine wohltuende Kühle, hervorgerufen durch die üppige Vegetation. Der Botanische Garten beherbergt mehr als 4.500 Pflanzenarten, die sich auf verschiedene thematische Bereiche und historische Gewächshäuser verteilen.
TROPICAL GREENHOUSE
Zwischen 1860 und 1862 entstand das zentral gelegene Eisen- und Glasgewächshaus, das mit seiner Materialwahl seiner Zeit weit voraus war. Planung und Bau stellten hohe technologische und finanzielle Anforderungen. Das 24 Meter lange, 9 Meter hohe Gebäude hat einen Innendurchmesser von 8,25 Metern. Die nach Süden ausgerichtete Glasüberdachung in Form eines Viertelkreises reicht vom Boden bis zu einer senkrechten Wand und bildet einen geschlossenen Raum. Dadurch finden auch über fünf Meter hohe Pflanzen Platz. Später wurde ein turmbekröntes Gebäude für Verwaltung und Forschung angebaut, das bis heute erhalten ist. Das Glashaus wurde nach Originalplänen rekonstruiert.


KÜHLENDES GRÜN
Der Botanische Garten beherbergt eine beeindruckende Vielfalt besonderer Pflanzen aus aller Welt. Besonders hervorzuheben ist die umfangreiche Palmensammlung, die zu den bedeutendsten in Europa zählt. Daneben ziehen Kakteen und andere Sukkulenten aus Wüstenregionen mit ihren außergewöhnlichen Formen die Aufmerksamkeit auf sich. In den Gewächshäusern gedeihen tropische Pflanzen, die einen starken Kontrast zur mediterranen Vegetation bilden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der reichen Zitrussammlung mit zahlreichen Orangen-, Zitronen- und Mandarinenarten. Ergänzt wird das Bild durch Nutzund Heilpflanzen, die an die lange botanische Tradition Valencias erinnern.
ROSEMARY‘S SHED
Auf dem Gelände gibt es ein großes Sonnendach aus Eisen, ein sogenanntes Schattenhaus, das Ende des 19. Jahrhunderts errichtet wurde und wärmeliebende Pflanzen schützt. Ergänzt wird es durch mehrere kleinere Gewächshäuser, die im Garten verteilt sind und Sammlungen wie Orchideen, Farne, Bromelien oder fleischfressende Pflanzen beherbergen. Der Besuch dieses Gartens hat mich besonders durch den ausgezeichneten Pflegezustand und die abwechslungsreich gestalteten Beete beeindruckt. Er ist ein absolutes Muss bei jeder Städtetour nach Valencia.








