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  • 27.01.2026
  • Ausgabe 119
  • RegioCarl

VON DER HÖHEREN MÄDCHENSCHULE ZUM STÄDTISCHEN GYMNASIUM

Regina Meier zu Verl Redakteurbild

Regina Meier zu Verl

Content-Redakteurin

TEXT: REGINA MEIER ZU VERL | FOTOS: GÜTERSLOH STADTARCHIV

Die Geschichte des Städtischen Gymnasiums beginnt nicht mit Klassenarbeiten und Pausengong, sondern mit einem mutigen Schritt: Bildung für Mädchen. Während Töchter aus wohlhabenden Familien zuvor meist privat unterrichtet wurden, entstand 1887 erstmals ein öffentlich organisiertes Bildungsangebot.

Zu Ostern jenes Jahres wurde eine zweiklassige sogenannte Mädchen- Selekta eingerichtet, gedacht für die Töchter des Gütersloher Besitz- und Bildungsbürgertums. Die Bedeutung dieser neuen Form der Mädchenbildung zeigte sich schon bald auch äußerlich: In der Moltkestraße 11 entstand ein eigenes Schulgebäude. Zwei Jahre später, 1889, wurde die Schule in den städtischen Etat übernommen.

1914 Lehrerinnen

1913 folgte der nächste große Schritt. Das neue Gebäude in der Moltkestraße 13 wurde eingeweiht und die Schule als Lyzeum anerkannt. Damit konnten junge Frauen hier den mittleren Bildungsabschluss erwerben. Auf dem Stundenplan standen Deutsch, Geschichte und Religion ebenso wie Englisch und Französisch – ergänzt durch hauswirtschaftliche Fächer, die damals selbstverständlich zur Ausbildung gehörten.

1927 erhielt die Schule den Namen Hindenburg-Lyzeum, anlässlich des 80. Geburtstags des damaligen Reichspräsidenten. Nur elf Jahre später, 1938, wurde sie als Frauenoberschule anerkannt – ein Meilenstein, denn nun war auch das Abitur möglich. 1941 legten die ersten 16 Schülerinnen ihre Reifeprüfung ab, alle erfolgreich.

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg blieb die Schule zunächst ein Mädchengymnasium. 1965 zog sie in die heutigen Gebäude an der Schulstraße um. Zwei Jahre später begann mit der Einführung der Koedukation ein neues Kapitel: Nun lernten Mädchen und Jungen gemeinsam am »Städtischen Neusprachlichen Gymnasium«. Seit 1975 trägt die Schule ihren heutigen Namen: Städtisches Gymnasium. Mit zahlreichen Baumaßnahmen wuchs die Schule weiter – räumlich wie inhaltlich.

Ein Foyer verbindet Hauptgebäude und Klassentrakt, eine Mediothek entstand. Zwischen Friedrich-Ebert- und Moltkestraße wurden eine Mensa und ein neuer Oberstufentrakt gebaut. Hinzu kamen ein Kunsthaus und eine großzügige Dreifachsporthalle. So ist das Städtische Gymnasium heute weit mehr als ein Lernort: Es ist ein Ort des Lebens.