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  • 27.01.2026
  • Ausgabe 119
  • RegioCarl

CAFE TALK PART 5

GÜTERSLOH OHREN AUFGEMACHT...
CarlMakesMedia Redakteurbild

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FOTOS UND TEXTE: CARLMAKESMEDIA

Es gibt Menschen, die nicht laut auftreten und dennoch Spuren hinterlassen. Menschen, die nicht polarisieren müssen, um Wirkung zu entfalten. Beim CaféTalk interessieren uns genau diese Persönlichkeiten – jene, die gestalten, Verantwortung tragen und über Jahre hinweg prägend wirken, oft abseits des Scheinwerferlichts. Willkommen beim fünften CaféTalk – wo alles zur Sprache kommt, wenn man sich mit außergewöhnlichen Menschen auf einen Kaffee trifft und sich mal ungezwungen unterhält. Der fünfte Gast für unsere Talkrunde sollte bewusst anders sein. Ruhiger. Sachlicher. Einer, der nicht durch Lautstärke überzeugt, sondern durch Beständigkeit, Erfahrung und Haltung. Und da kommt nur eine Person infrage. Andreas Kimpel – langjähriger Kulturdezernent, Gestalter im Hintergrund und prägende Figur der Gütersloher Kulturlandschaft. Einer, der Kultur nicht inszeniert, sondern ermöglicht. Einer, der zuhört, abwägt und Entscheidungen trifft, die langfristig wirken. Ein Gespräch über Kultur und Verantwortung, über Verwaltung mit Visionen – und darüber, was bleibt, wenn man viele Jahre im Dienst einer Stadt gestanden hat.

ANDREAS KIMPEL
LANGJÄHRIGER KULTURDEZERNNENT
VESPA-FAHRER MIT SINN FÜR VÖLKERVERSTÄNDIGUNG
NETZWERKER UND BRÜCKENBAUER & FAMILIENMENSCH

Anna: Heute haben wir unseren scheidenden Kulturdezernenten, Andreas Kimpel zu Gast. Herr Kimpel, was wären Sie geworden, wenn Sie kein Kulturdezernent geworden wären?

Andreas Kimpel: Das ist eine interessante Frage. Vielleicht wäre ich Journalist geworden – das war damals eine Option für mich. Alternativ hätte ich auch im Auswärtigen Dienst arbeiten können, vielleicht wäre ich heute Botschafter in Frankreich.

Anna: Gibt es in Gütersloh einen Ort, an dem Sie sich besonders wohlfühlen und gut nachdenken können?

Andreas Kimpel: Ja, Gütersloh bietet viele Orte, an denen man Ruhe finden kann. Für die Mittagspause habe ich den Theodor-Heuss-Platz entdeckt: ruhig, mit Blick auf die Stadthalle, das Theater und den Wasserturm. Auch die Strecke durch den ländlichen Raum nach Gütersloh tut gut, etwa Avenwedde oder Friedrichsdorf. Die Dalkeauen sind ebenfalls ein angenehmer Rückzugsort.

VESPA

Anna: Sie pendeln ja viel mit der Vespa. Was für eine Leidenschaft steckt dahinter?

Andreas Kimpel: Ich fahre von Bielefeld nach Gütersloh mit der Vespa – effizient, wendig, ohne Parkplatzprobleme. Die Vespa ist für mich mehr als ein Fortbewegungsmittel; sie ist ein Symbol der Mobilität und der Völkerverständigung, weil es waren Fahrzeuge, die nach Ende des Zweiten Weltkrieges die ersten motorisierten Fahrzeuge waren, mit denen die Menschen wieder zum Thema Mobilität zurückkehren konnten.

Anna: Sie haben auch größere Vespa-Aktionen unternommen, unter anderem nach Frankreich. Richtig?

Andreas Kimpel: Ja, durch meine Leidenschaft für die Vesoa, haben wir die Vespafreunde Senne gegründet, organisiert im Vespa Club Deutschland, und nehmen an weltweiten Treffen teil. Erst das hat uns dann legitimiert, auch an den weltweiten Weltvespa Treffen teilzunehmen, wo über 10.000 Vespafahrer aus der ganzen Welt dann zusammenkommen. Also eine riesen Community, eine Riesen- Völkerverständigung, die da stattfindet. Wir verbinden Vespa-Fahren mit sozialen, kulturellen und völkerverständigenden Projekten. Wir besuchen Altenheime, veranstalten Charity-Fahrten, Musik- und Literaturprojekte und fördern so kulturelle Bildung und Austausch.

Anna: Wie gestaltet sich die Völkerverständigung konkret?

Andreas Kimpel: 2019 fuhren wir in die Partnerstadt von Bielefeld, Concarneau in der Bretagne. Für 2026 planen wir eine Reise nach Polen, um die Partnerstädte Rzeszów (Partnerstadt BI) und Grudziadz (Partnerstadt GT) miteinander zu verbinden, Workshops zu deutsch-polnischer Freundschaft durchzuführen – insgesamt 14 Tage, 2.600 Kilometer.

Anna: Die Vespa, mit der Sie nach Frankreich gefahren sind, ist das ein altes Modell? Reparieren Sie Ihre Vespa selbst?

Andreas Kimpel: Die Vespa ist Baujahr 2013, stabil und zuverlässig. Bei den ganz alten ist es natürlich so, dass man dann nie ausschließen kann, dass es Motorpannen gibt. Aber für die Technik gibt es im Club erfahrene Mitglieder und den renommierten Vespahändler Daniel Di Maria aus Verl. Die sorgen schon dafür das die Roller immer rollen.

KULTUR GESCHICHTE

Anna: Braucht Kultur Distanz oder Nähe?

Andreas Kimpel: Beides. Kultur braucht sowohl Nähe als auch Distanz. Nähe ist in der Rezeption wichtig: Wenn ich Kultur erleben möchte, ist es nie verkehrt, mich aktiv damit auseinanderzusetzen – sei es im Vorfeld oder danach, indem ich das Erlebte für mich verarbeite und reflektiere. Distanz hingegen ist für diejenigen notwendig, die Kultur organisieren oder verantworten. Ein Kulturdezernent etwa ist nicht für sein persönliches Kulturprogramm verantwortlich, sein individueller Geschmack spielt dabei keine Rolle. Eine gesunde Distanz hilft, die Vielfalt der Kultur zu erkennen und sie für die unterschiedlichen Zielgruppen einer Stadt angemessen zugänglich zu machen. Nähe und Distanz ergänzen sich also – beides ist entscheidend.

Anna: Haben Sie zuletzt etwas gemacht, das nichts mit Kulturpolitik zu tun hatte?

Andreas Kimpel: Mein Kopf arbeitet ständig kulturpolitisch, aber Familie steht im Mittelpunkt – vom einjährigen Enkel bis zum 94-jährigen Vater. Familienengagement ist für mich selbstverständlich.

Anna: Wann haben Sie gemerkt, dass Kultur mehr ist als nur Programm, sondern auch eine Haltung?

Andreas Kimpel: Für mich ist Kultur vor allem eine Haltungsfrage, nicht nur Programm und Veranstaltungen. Das habe ich besonders in meiner Zeit als Kulturamtsleiter in Bielefeld erfahren. Dort konnten wir den nichtinstitutionellen Kulturbereich so entwickeln, dass er gleichberechtigt neben den großen Institutionen stand. Dabei wurde mir klar: Kultur hat mehr als einen Unterhaltungsauftrag. Sie trägt einen Demokratieauftrag, verhandelt kritische Themen, hinterfragt gesellschaftliche Entwicklungen und eröffnet neue Horizonte für Kultur und Gesellschaft. Diese Haltung ist nicht selbstverständlich und sie gilt es zu verteidigen.

Anna: Glauben Sie, dass Kultur eine Stadt verändert?

Andreas Kimpel: Kultur ist für mich ein zentraler Treiber der Stadtentwicklung. Sie schafft Identität, macht eine Stadt lebenswert und attraktiv – für die Menschen, die hier leben, und für Unternehmen, die hier investieren. Fehlt Kultur, verliert die Stadt an Charme, es drohen Identitätsverluste und der Standort wird weniger attraktiv. Gleichzeitig wirkt öffentliche Kultur als Schutz gegen die Verkommerzialisierung von Unterhaltung. Ein Aspekt, den ich für sehr wichtig halte.

Anna: Kann Kultur unpolitisch sein?

Andreas Kimpel: Nein, Kultur kann nicht unpolitisch sein. Sie ist immer politisch im Sinne von Haltung – nicht parteipolitisch, sondern orientiert an den Grundsätzen des Grundgesetzes und dem Wertekanon der EU. Kultur ist ein zentraler Standortfaktor, Treiber gesellschaftlicher Entwicklung und bietet Orte für Diskurs und Auseinandersetzung. Sie mischt sich ein, gestaltet, hinterfragt – und ist damit so etwas wie die aufgehende »Hefe« einer Gesellschaft.

Anna: Wie war Ihr Weg zum Kulturdezernenten?

Andreas Kimpel: Mein Weg im Kulturbereich begann im Kulturamt Bielefeld, zunächst verantwortlich für das Tanzfestival OWL und die Rudolf-Oetker-Halle. 1999 wechselte ich zur OWL GmbH, wo ich die erste »Regionale« im Kontext der »Expo 2000« betreute und das erste regionale Kulturbüro Nordrhein-Westfalens aufbaute. Viele Projekte aus dieser Zeit, wie Marta in Herford oder das Kloster Dahlheim, prägen die Region bis heute. Zurück in Bielefeld übernahm ich die Kulturamtsleitung und 2005 wechselte ich nach Gütersloh, zunächst mit einem breiten Dezernat, später mit Schwerpunkt Kultur, Weiterbildung und Sport. In dieser Funktion konnten bedeutende Projekte umgesetzt werden: Theaterbau, Stadthallensanierung, Kulturräume, Stadtmarketing und Fachbereich Kultur.

Anna: Sind die Kulturräume daraus entstanden?

Andreas Kimpel: Ja. In dieser Zeit sind die Kulturräume entstanden. Es gab noch keinen eigenständigen Fachbereich Kultur, und die Strukturen waren stark theaterbezogen. Wir gründeten einen Eigenbetrieb unter dem Motto »Drei Teile, ein Ganzes«, der Theater und Stadthalle zusammenführte, Doppelstrukturen auflöste, Management und Marketing vereinheitlichte und eine gemeinsame Strategie entwickelte. Ziel war, dass die Häuser sich gegenseitig ergänzen und miteinander spielen können. Dieses Konzept wurde erfolgreich mit den Mitarbeitenden umgesetzt.

Anna: Hat sich Ihr Blick auf Kultur im Laufe der Jahre verändert?

Andreas Kimpel: Trotz jahrelanger kulturpolitischer Arbeit muss sich Kultur in Krisenzeiten immer wieder rechtfertigen. Die Corona-Zeit hat ihre Relevanz deutlich gezeigt, doch mit der Rückkehr der Finanzprobleme wird sie erneut hinterfragt. Kultur macht nur einen kleinen Teil des Stadthaushalts aus (2,5% – 3 %) und kann finanzielle Probleme nicht lösen – trotzdem bleibt es wichtig, immer wieder ihre Bedeutung für die Stadt zu argumentieren.

Anna: Was waren Ihre ersten bewussten Entscheidungen zum Theater?

Andreas Kimpel: Meine ersten bewussten Entscheidungen zum Theater begannen mit der Frage, warum das Bürgerbegehren damals erfolgreich war. Es ging nicht nur um ein Gebäude, sondern um die inhaltliche Ausrichtung von Kultur in Gütersloh. Ziel war, ein Theater zu schaffen, das Kultur für alle bietet und nicht nur für bestimmte Gruppen. Deshalb wurde der Baubeschluss gleichzeitig mit einem inhaltlichen Programmkonzept beschlossen: Architektur und Programm spiegeln die Kulturphilosophie wieder. Unser Theater ist ein Programmtheater – vergleichbar mit Programmkinos – mit einem Ganzjahresfestival-Anspruch: die besten Ensembles und Schauspieler aus Deutschland werden eingeladen, um Vielfalt und hohe Qualität zu bieten. Es ist ein offener Ort des Diskurses, der Stadtgesellschaft zusammenbringt, Begegnung, Kommunikation und intellektuelle Auseinandersetzung ermöglicht. Die Sanierung der Stadthalle und die Verbindung zu den Kulturräumen schaffen eine Einheit: Theater und Stadthalle ergänzen sich, dienen als Veranstaltungsort, Kongress- und Kulturzentrum und prägen so die kulturelle Infrastruktur der Stadt maßgeblich.

Ein starkes Theater ist ein offener Ort des Diskurses, an dem vielfältige Themen behandelt werden und unterschiedliche Menschen der Stadtgesellschaft zusammenkommen. Es dient als einzigartiger Resonanzraum für Kommunikation, Begegnung und intellektuelle Auseinandersetzung – besonders wichtig in Zeiten zunehmender Individualisierung und Einsamkeit. Die Modernisierung von Theater und Stadthalle schafft eine einheitliche, zeitgemäße Infrastruktur: Die Stadthalle ergänzt das Theater als Veranstaltungs- und Kongressraum. Bau und Sanierung dieser Einrichtungen prägten die jeweilige Zeit entscheidend. Deshalb hat es für mich auch heute noch einen hohen persönlichen Stellenwert.

Anna: Gab es eine besonders beeindruckende Inszenierung oder Veranstaltung?

Andreas Kimpel: Eines der eindrucksvollsten Projekte meiner 21 Jahre war das Symphonic Project mit Klaus Doldinger, seiner Band Passport und der Nordwestdeutschen Philharmonie. In den Jahren 2014 und 2019 wurde es jeweils in sieben Orten in Ostwestfalen- Lippe gezeigt, in Kooperation mit Musikschulen. Das Projekt vereinte klassische Musik, Jazz und kulturelle Bildung – für mich eine »Hochzeit der Künste«, die mich nachhaltig beeindruckt hat.

KONFLIKTE UND REIBUNG

Anna: Können Sie erklären, wie es zu Konflikten mit Nobby Morkes kam?

Andreas Kimpel: Ich kenne Nobby Morkes seit vielen Jahren, auch aus meiner Zeit in Bielefeld und als er als Veranstalter unterwegs war. Er war damals der Initiator des Bürgerbegehrens gegen das Theater, und das führte natürlich zu heftigen Auseinandersetzungen im Kulturausschuss. Wir haben in der Debatte hart gerungen, aber immer sachlich, nicht unter die Gürtellinie. Ich finde, man muss immer differenziert betrachten: auf der einen Seite den Menschen Nobby Morkes, auf der anderen Seite seine Handlungen als Politiker. Bürgerbegehren sind ein absolut legitimes demokratisches Mittel. Problematisch wird es nur, wenn Populismus die sachliche, objektive Argumentation überwiegt. Solche Konflikte muss man aushalten und darauf reagieren können.

Anna: Hat Sie die permanente kritische Berichterstattung vom früheren Chefredakteurs des Stadtmagazins GT-INFO, Peter Bunnemann, belastet?

Andreas Kimpel: Wenn man Kulturdezernent ist, muss man wissen, dass man im Wind steht und nicht jedem gefallen kann. Peter Bunnemann hat mich über Jahre in der Berichterstattung kritisch begleitet, teils als eine Art Running Gag. Das war manchmal hart, aber heute habe ich keinerlei Ressentiments. Wir treffen uns, trinken Kaffee, haben uns die Hand gegeben – und schauen nach vorne. Kritik gehört zum Amt, und damit muss man umgehen können.

Anna: Können Sie die Konflikte mit Matthias Markstedt, auch bekannt als Bademeister, erklären?

Andreas Kimpel: Die Beziehung zu Markstedt war wie eine Achterbahn, von Himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt. Dabei war manches nicht rational, und Emotionen spielten permanent eine Rolle, wenn es um das »Wapelbad« ging. Aber unterm Strich wollte wir Gutes bewirken: das Wapelbad wieder aufzubauen und für Familien, Kinder und Jugendliche attraktiv zu machen. An den Zielen gab es keinen Dissens, nur die Wege dorthin waren manchmal diskutabel. Auch hier gibt es keine Ressentiments mehr.

ZUKUNFT DER WEBEREI

Anna: Wie schätzen Sie die Entwicklungen bei der Weberei ein, nach Kündigung des Betreibers Steffen Böhning ?

Andreas Kimpel: Die Weberei ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Gütersloher Kultur- und Soziallandschaft. Egal, wer Betreiber ist, sie muss als soziokulturelles Zentrum weiterentwickelt werden. Sie soll ein Ort für Vereine, Initiativen, Integration und innovative Projekte bleiben. In meiner Amtszeit haben wir Partizipations- und Beteiligungsprozesse durchgeführt; das klare Votum war: Wir brauchen die Weberei als echten soziokulturellen Ort. Auch während der künftigen Baumaßnahmen muss Kultur weiterhin präsent sein. Wir müssen jetzt an einem soliden inhaltlichen und Betreiberkonzept arbeiten, damit sie 2027 gestärkt wieder an den Start gehen kann.

Anna: War die Weberei in den letzten Jahren positiv für die Menschen?

Andreas Kimpel: Im Großen und Ganzen ja, aber es gibt unterschiedliche Meinungen. Viele Menschen identifizieren sich mit dem Angebot des Buergerkiez, andere weniger. Transparenz war nicht immer optimal. Dennoch ist die Weberei ein wichtiger Ort für Begegnungen, Kultur und gesellschaftliches Engagement gewesen.

KULTUR UND MACHT

Anna: Wie viel Macht hat ein Kulturdezernent wirklich?

Andreas Kimpel: In Gütersloh ist der Kulturdezernent Beigeordneter, Mitglied des Verwaltungsvorstands und in politischen Gremien aktiv. Er kann Kultur vertreten, sicherstellen, dass sie nicht unter die Räder gerät, und Netzwerke mit Politik, Wirtschaft, Verbänden und der Stadtgesellschaft aufbauen. Diese Einflussnahme ist eine große, verantwortungsvolle »Macht«, die Kultur gegenüber anderen Politikfeldern erhält.

Anna: Wo endet Verantwortung und wo beginnt Kunst?

Andreas Kimpel: Ich habe mich immer als Kulturermöglicher verstanden. Ich bin kein Künstler, Musiker oder Maler. Meine Aufgabe war es, die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Kunst und Kultur sich frei entwickeln können. Verantwortung liegt im Ermöglichen, nicht in der künstlerischen Gestaltung selbst.

RUHESTAND UND VERMÄCHTNIS

Anna: Was bleibt von Ihrer Amtszeit, wenn Sie ab Februar 2026 in den Ruhestand gehen?

Andreas Kimpel: Was bleibt, müssen die Menschen bewerten, die danach Verantwortung tragen. Für mich bleibt die Partnerschaft mit der Wirtschaft durch Kultur Plus, die konzeptionelle Herangehensweise an Kulturförderung, die Sanierung und Weiterentwicklung von Gebäuden wie Theater, Stadthalle, Archiv, Stadtbibliothek, sowie die Öffnung der Volkshochschule. Auch das europäische Städtenetzwerk C.City ist ein wichtiges Projekt, das Gütersloh auf Bundes- und europäischer Ebene sichtbar macht. Alles in allem haben wir einen vitalen, stabilen und gut aufgestellten Kulturstandort geschaffen, das langfristig auch auf Landesebene sichtbar Bestand hat – ich denke das bleibt!

Anna: Was wünschen Sie Gütersloh für die Zukunft der Kultur?

Andreas Kimpel: Die Kultur muss gleichberechtigt neben anderen politischen Handlungsfeldern bestehen. Sie lebt von Partizipation, ehrenamtlichem Engagement und hoher Professionalität. Netzwerke und Strukturen müssen erhalten bleiben. Wenn das gelingt, mache ich mir über den Kulturstandort Gütersloh keine Sorgen.

Anna: Sind Sie stolz auf Ihre Amtszeit?

Andreas Kimpel: Ja, auf jeden Fall. Stolz heißt ja nicht Überheblichkeit. Ich habe versucht, meinen Job gut zu machen, und ich glaube, das ist mir weitgehend gelungen. Natürlich macht man Fehler, wenn man viel bewegt, aber Gütersloh ist heute auf Bundesund europäischer Ebene sichtbar, und darauf kann ich stolz sein.

Anna: Vielen Dank, dass war ein sehr anregendes Gespräch.

Andreas Kimpel: Ich danke für das tolle Gespräch.