TEXT: CARLMAKESMEDIA | FOTO: ©RTL/JÖRG STROJNY, ©STEFFEN ROTH
CARL INTERVIEW - Der Comedian entdeckt seine neue Leidenschaft! Er ist das Kind vom Bauernhof, das plötzlich im Scheinwerferlicht tanzt. Simon Gosejohann kommt aus Gütersloh, hat dort Abitur gemacht, eine Ausbildung zum Industriekaufmann in Bielefeld drangehängt und irgendwann gemerkt: Das mit dem Fernsehen lässt ihn nicht mehr los. Zusammen mit seinen Brüdern drehte er auf dem elterlichen Hof wilde Trashfilme, »eigentlich Hollywood auf dem Land«, wie er lachend sagt. Später landete er bei VIVA, dann bei ProSieben – und prägte mit der Comedy Street eine ganze Comedy- Generation. Jetzt steht er auf einem ganz anderen Parkett: Let’s Dance. Glanz, Jury, Live-Show – und Druck.

»Mein erster Gedanke war: Ich muss das machen«,
sagt er ohne Zögern. Nicht aus Kalkül, nicht für die Quote. »Mit 50 muss man sagen: Ich habe einfach Spaß am Leben.« Die Show sei positiv, voller Energie, und vor allem eines: eine Einladung, die eigene Komfortzone zu verlassen. »Wenn ich es jetzt nicht mache, mache ich es nie.« Coolness braucht er nicht mehr. Statt versteckter Kamera und Grenzüberschreitungen wartet nun Techniktraining.
»In Deutschland geht es beim Tanzen um Technik«, sagt er und grinst. Wer bestehen will, muss lernen: Schritte, Haltung, Disziplin. Freestyle im Trashkostüm wird es diesmal nicht geben. »Ohne Dinge zu lernen, wird das kein Erfolg für mich.« Und Erfolg? Der beginnt für ihn im Mittelfeld. »Bis ins Mittelfeld – das ist mein Etappenziel.« Humor könnte ihn dorthin tragen, vielleicht auch Sympathie. Doch er weiß: »Hinten wird die Luft dünn.« Dann reicht Charme allein nicht mehr. Vielleicht will das Publikum irgendwann den ernsten, gefühlvollen Simon sehen.
Der Druck der Show ist für ihn fast schon Teil des Spiels.
»Wenn die Kamera auf dich zufährt, dann musst du funktionieren.«
Genau das reizt ihn. Dieser Moment, 20.15 Uhr, live. Kein doppelter Boden. Er trainiert in Berlin, pendelt nach Köln, springt in einen »reißenden Fluss«, wie er es nennt. 14 Wochen Ausnahmezustand. Und trotzdem klingt er gelassen. »Ich will einfach nur am Freitagabend gut performen. Mir ist der ganze Trubel egal. Mir ist nur der Tanz wichtig.«
Und vielleicht blitzt zwischen Rumba und Walzer doch noch ein Stück Heimat auf. Der Junge vom Land, der Country mag und weiß, wie man anpackt. »Heimat erdet mich«, sagt er. Ob er am Ende die Krone in der Hand hält? »Wenn mir das gelingt«, sagt er mit einem Lächeln, »dann habe ich die Hand an der Krone.«
Wir sind gespannt, bei der ersten Live-Show am 27. Februar dabei zu sein, und hoffen natürlich, dass er in Zukunft nicht nur das Mittelfeld räumt, sondern bis ins Finale tanzt.


