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Der Weg zur Gründung: Struktur schlägt Produkt Gründen beginnt selten mit einer großen Eingebung, sondern oft mit Frust im Arbeitsalltag. Man sieht Prozesse, die unnötig kompliziert wirken, Schnittstellen, die Informationen verlieren, und Abläufe, die Zeit binden, ohne Mehrwert zu schaffen. Diese Diskrepanz erzeugt eine hartnäckige Fragestellung: Warum bleibt ein wirtschaftlich relevanter Markt so ineffizient, obwohl so viele die Reibungsverluste sehen?

Für Matteo, Gründer von Recyclicks, begann der Weg genau hier. In der Aufbereitung von Elektroschrott wurde sichtbar, wie Dokumentationsketten und Klassifizierungen zu einer Komplexität führen, die eher historisch gewachsen als technisch notwendig ist.
»Du merkst irgendwann, dass nicht das Produkt das Problem ist, sondern die Struktur«, sagt Matteo.
Realität statt Romantik: Das Testen von Annahmen Zwischen »Ich sehe ein Problem« und »Ich kann es lösen« liegt eine unspektakuläre, aber harte Phase. Es geht nicht um Tempo, sondern um Disziplin. Matteo zerlegte Prozesse und testete Annahmen mit einfachen Prototypen, um zu verstehen, wo Informationsflüsse wirklich brechen.
»Du hast am Anfang keinen Plan, du testest Tag für Tag Annahmen«, sagt Matteo.


Die Realität des Gründens ist oft weniger glamourös als gedacht. Sie bedeutet, Unsicherheit professionell zu handhaben und Entscheidungen bei unvollständiger Informationslage zu treffen. Im Alltag bedeutet das: ständige Kurskorrekturen, das Scheitern von Prototypen und die Erkenntnis, dass ein theoretisch überzeugendes Konzept am Kern vorbeigehen kann, wenn man sich zu früh festlegt.
Das Team und die Founders Foundation
Ohne Team wird es schwierig. Aus der Idee wurde ein Vorhaben, aus Gesprächen eine Gruppe. Neben Matteo gehören Maurice Walther (CSO), Dennis Petersmann (CTO) und Max Schüler (COO) zum Team – eine Konstellation, die unterschiedliche Perspektiven vereint.


Ein entscheidender Beschleuniger auf diesem steinigen Weg war die Founders Foundation. Hier fand das Team den nötigen Rahmen, um aus der bloßen Beobachtung ein skalierbares Geschäftsmodell zu entwickeln. Die Foundation bietet nicht nur methodisches Werkzeug, sondern auch das Netzwerk, um die bürokratischen und strukturellen Hürden des deutschen Marktes zu meistern. Denn die größte Gefahr im Alltag ist nicht die Konkurrenz, sondern das operative Chaos und der Verlust des Fokus.
»Der harte Teil ist nicht das Gründen selbst. sondern das Dranbleiben – Es ist kein Sprint sondern ein Marathon.«


