FOTOS UND TEXTE: DANIELA TOMAN
Part 43 - Danielas Blog

Ein Paradies für Pflanzen
In der Nähe von Haverfordwest im Westen von Wales erhebt sich die eindrucksvolle mittelalterliche Burg Picton Castle, deren Geschichte bis ins späte 13. Jahrhundert zurückreicht. Umgeben wird das historische Bauwerk von einem rund 40 Hektar großen Garten, der heute zur Royal Horticultural Society (RHS) gehört und zu den gartenkulturellen Höhepunkten des Landes zählt.
Die weitläufige Anlage beherbergt eine außergewöhnlich vielfältige und bedeutende Pflanzensammlung, die als die wichtigste in ganz Wales gilt. Hier finden sich seltene und teils jahrhundertealte Bäume sowie Pflanzenarten aus nahezu allen Teilen der Welt. Besucherinnen und Besucher können durch schattige Waldlandschaften spazieren, die besonders an warmen Tagen eine ruhige, fast mystische Atmosphäre ausstrahlen.


Formaler Teich
Zu den besonderen Attraktionen zählen die prächtigen Rhododendronhaine, ein üppig gestalteter exotischer Dschungelgarten sowie fantasievolle lebende Weidenhöhlen. Abgerundet wird das Ensemble durch einen farbenfrohen, ummauerten Garten, der mit seiner formalen Gestaltung einen reizvollen Kontrast zur wilden Üppigkeit der übrigen Gartenbereiche bildet. Gemeinsam mit der historischen Burg entsteht so ein einzigartiges Zusammenspiel aus Geschichte, Natur und Gartenkunst.
Mammutblatt
Der ummauerte Garten mit seinem eleganten Springbrunnen im rechteckigen Becken, Rosen, Kräutern und zahlreichen Stauden ist in den Sommermonaten ein farbenfroher Gartenbereich. Ummauerte Gärten besitzen eine besondere Atmosphäre und ein eigenes Mikroklima. Innerhalb der Mauern wirken Geräusche intensiver, während Einflüsse von außen abgeschirmt bleiben. Als eine der ältesten Formen des Gärtnerns dienten sie im 19. Jahrhundert sowohl der Versorgung der Haushalte mit Obst und Gemüse als auch der eindrucksvollen Präsentation exotischer Pflanzen.


Walled Garden
Zu den Pflanzensammlungen von Picton Castle gehören auch zahlreiche Koniferen. Viele der hier wachsenden Pflanzen werden für wissenschaftliche Forschung und mögliche Wiederansiedlungen geschützt. Vor rund 25 Jahren wurden verschiedene Baumarten neu gepflanzt, darunter die vom Aussterben bedrohte Patagonische Zypresse (Fitzroya cupressoides, benannt nach Kapitän Fitzroy der HMS Beagle, auf dessen Expedition Charles Darwin segelte), sowie die Taiwanie (Taiwania cryptomerioides) mit ihren elegant hängenden Zweigen. Besonders eindrucksvoll sind die beiden windgeprägten Wellingtonien oder Riesenmammutbäume (Sequoia sempervirens), die seit ihrer Pflanzung um 1860 auf etwa 30 Meter herangewachsen sind.
Haben Sie nun Lust bekommen, diesen Garten selbst zu besuchen? Dann freuen Sie sich auf ein wahres Gartenjuwel im westlichen Wales.
Die Mauern des Walled Garden von Picton Castle entstanden vermutlich um 1840 und waren mit Heizkaminen ausgestattet. Um 1860 wurden entlang der bestehenden Mauern Gewächshäuser und Nebengebäude errichtet, deren Beheizung über einen kohlebefeuerten Boiler mit Heißwasserrohren erfolgte. Außerhalb der Mauern lässt sich unter einigen der größten und ältesten Bäume Westwales spazieren. Entlang der Waldwege entfaltet sich eine Fülle wilder Blumen, die sich mit Farnen und außergewöhnlichen Waldsträuchern aus aller Welt mischen. Im Mai überziehen blühende Bluebells, die Hasenglöckchen, den Waldboden flächendeckend.




