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  • 25.03.2026
  • Ausgabe 121
  • RegioCarl

KUZIKUS RHINO WILDLIFE RESERVE

KAURI & KENIA
Daniela Toman Redakteurbild

Daniela Toman

FOTOS & TEXT: DANIELA TOMAN

Eine neue Heimat für Spitzmaulnashörner Am Rande der Kalahari liegt die Wildfarm Kuzikus der Familie Reinhard & Reisenauer. Seit 45 Jahren setzen sich die Besitzer für den Erhalt der Artenvielfalt von Afrikas Fauna und Flora ein und genau das können die Gäste der Lodge in jedem Moment erleben. Mitten im Nirgendwo, in der roten Sandwüste, erscheinen die wenigen Gebäude wie eine Oase, in der man sich sofort herzlich willkommen fühlt. Elanantilopen trinken an der Wasserstelle direkt neben dem Essplatz, Pferde wiehern aus dem Stallbereich, und der Graulärmvogel gibt am Pool sein krächzendes Konzert. Die Farm wurde von der namibischen Regierung als Schutzgebiet für bedrohte Tierarten ausgewählt. Besonders hervorzuheben ist die Sondergenehmigung zur Wiedereinbürgerung von Spitzmaulnashörnern.

Game Drive

Im 20. Jahrhundert ist die Zahl der Spitzmaulnashörner in Afrika um mehr als 99 Prozent zurückgegangen. Zu Beginn des Jahrhunderts lebten noch rund 400.000 Tiere auf dem Kontinent, 1970 waren es nur noch etwa 65.000, und 1994 zählte man lediglich 2.400 Spitzmaulnashörner. Ein dramatischer Rückgang innerhalb weniger Jahrzehnte. Hauptursachen für diesen massiven Bestandseinbruch waren der fortschreitende Verlust ihres natürlichen Lebensraums durch landwirtschaftliche Nutzung sowie die illegale Jagd.

Elenantilopen

Das knapp 12.000 Hektar große Gelände umfasst Baum- und Buschsavannen, Salzpfannen und bewachsene Dünen, durch die große Wildherden ziehen. Über 2.500 Tiere sind hier beheimatet: Kudus, Oryx- und Elenantilopen, Kuhantilopen, Streifen- und Weißschwanzgnus, Blessböcke, Springböcke, Steinböcke, Impalas, Zebras, Strauße und Giraffen, nahezu alles, was Afrikas Savannen ausmacht. Große Katzen fehlen bewusst, da sie das ausgewogene Gefüge des Schutzgebietes stören würden. Zudem leben hier mehr als 100 Vogelarten, darunter die farbenprächtige Gabelracke. Bei einem Game Drive mit Sundowner lässt sich diese Vielfalt hautnah erleben.

Safarilodge

Die Kunst besteht darin, sie noch vor Sonnenaufgang aufzuspüren, denn dann trifft man sie beim Fressen an. Steigt die Temperatur, ziehen sie sich ins Steppengras zurück, um bis zum Nachmittag zu ruhen. Wir folgen einer frischen Spur; die Äste eines kleinen Busches sind abgebrochen. Anders als Breitmaulnashörner, die Gras fressen, ernähren sich Spitzmaulnashörner von frischen Knospen verschiedener Gehölze. Plötzlich steht ein Nashornbulle in etwa 100 Metern Entfernung vor uns – ein erhebender Moment, einem so großen, scheuen und zugleich wehrhaften Tier gegenüberzustehen.

Auch beim abendlichen Game Drive haben wir Glück: Nach einer scharfen Rechtskurve steht ein Muttertier mit ihrem Nachwuchs, Kenia mit Kauri, am Wegesrand. Insgesamt ein rundum gelungener Besuch auf Kuzikus, absolut empfehlenswert.

Mitte der 1990er-Jahre startete in Namibia ein umfassendes Schutzprojekt für Spitzmaulnashörner. Tiere aus den verbliebenen Populationen der Nationalparks wurden in private Wildschutzgebiete umgesiedelt, um sie dort besser vor Wilderei zu schützen. Die Kosten trugen der Staat und die Eigentümer der Schutzgebiete gemeinsam. Im Rahmen des »Black Rhino Custodian Project« wurden 1997 die vom Aussterben bedrohten Spitzmaulnashörner in Kuzikus wieder in ihrem natürlichen Lebensraum angesiedelt.

Der Höhepunkt unseres Besuchs auf Kuzikus ist das Rhino Tracking. Mit Fritz, dem Sohn des Hauses, und zwei Buschmännern brechen wir am frühen Morgen, kurz vor Sonnenaufgang gegen 5 Uhr, im Landrover zur Spurensuche auf. Vom Fahrzeug aus halten wir Ausschau nach Fährten der großen grauen Tiere.