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  • 06.08.2026
  • Ausgabe 125
  • RegioCarl

LANDESGARTENSCHAU NEUSS DIE ALTE RENNBAHN NEU GENUTZT

Daniela Toman Redakteurbild

Daniela Toman

FOTOS UND TEXT: DANIELA TOMAN

Für das Magazin Carl ist Daniela Toman immer wieder auf inspirierenden Reisen unterwegs, um besondere Orte, Kulturen und Stimmungen einzufangen. Erst kürzlich berichtete sie aus Ägypten, wo sie unter anderem im berühmten Tutanchamun-Museum auf Entdeckungsreise ging. Gärten faszinieren Daniela Toman dabei besonders, denn sie spiegeln die Kultur, Natur und Atmosphäre eines Landes auf einzigartige Weise wider. Auf ihren Reisen entstehen immer wieder neue Eindrücke und Perspektiven, die ihre Arbeit prägen und die sie gerne mit den Leserinnen und Lesern des Magazins Carl teilt.

Wo heute Blumenbeete blühen, galoppierten früher die Pferde. Die Neusser Galopprennbahn ging 1875 erstmals in Betrieb und wurde über Jahrzehnte zu einem gesellschaftlichen Treffpunkt der ganzen Region. Einige Gebäude aus der Frühzeit stehen noch, etwa der 1925 erbaute Stutenstall im Hammfeldhof oder das Skelett einer alten Reithalle im südlichen Bereich, ebenso der Totalisator, das Gebäude für die Wettabrechnung, das Anfang der 1950er Jahre neu errichtet wurde, nachdem der Vorgängerbau durch Hochwasser und Kriegsschäden stark in Mitleidenschaft gezogen worden war. In den 1990er Jahren kam außerdem eine moderne Allwetterbahn dazu. Neuss wurde damit deutschlandweit für seine Winterrennen unter Flutlicht bekannt. Die Rennbahn galt lange als einer der wichtigsten gesellschaftlichen Treffpunkte der Stadt. Generationen von Neusserinnen und Neussern verbanden Erinnerungen mit dem Gelände. 2019 fand schließlich das letzte Pferderennen statt, nach fast 150 Jahren Rennbahngeschichte endete der reguläre Betrieb. Übrig blieb ein rund 38 Hektar großes Gelände mitten in der Stadt, zentral gelegen zwischen Innenstadt, Hafen und Rhein. Genau dieses Gelände bildet heute die Bühne für die Landesgartenschau Neuss 2026.

Am 16. April 2026 öffnete die Landesgartenschau unter dem Motto Neuss wie noch nie ihre Tore. Seit 2023 wurde das Gelände der ehemaligen Rennbahn umgestaltet, dabei blieb der Charme des alten Ortes bewusst erhalten. Die markante Sandbahn, die Richtertürme und Teile der historischen Gebäudestruktur wurden integriert und neu belebt, der renovierte Totalisator ist heute Teil des Geländes, ebenso die alten Stallgebäude, die als Veranstaltungsort Hammfeldhof neu genutzt werden. Auf dem 38 Hektar großen Gelände wurden rund 2.200 neue Bäume und etwa ein Kilometer Hecken gepflanzt, dazu neue Sträucher und Gehölze auf 8.000 Quadratmetern. Nach dem Ende der Schau bleibt die Fläche als dauerhafter Bürgerpark erhalten.

Ein Besuch lohnt sich auch wegen der sechs Wohlfühlgärten, gestaltet von Betrieben des Verbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau NRW. Dazu kommen eine 30 Meter hohe begehbare Rhein-Landmarke und drei Themenspielplätze für Kinder. Das Thema Römer ist ebenfalls präsent, mit einem liebevoll gestalteten Römischen Garten, einem Römer-Spielplatz und der Rheinvorland-Route entlang antiker Orte, direkt am UNESCO-Welterbe Niedergermanischer Limes. Noch bis zum 11. Oktober läuft ein tägliches Programm aus Gartenkunst, Naturerlebnis, Kultur und Sport.