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  • 05.08.2026
  • Ausgabe 125
  • RegioCarl

CAFE TALK PART 11

GÜTERSLOH OHREN AUFGEMACHT
Matthias Kirchhoff Redakteurbild

Matthias Kirchhoff

Content-Redakteur

FOTOS: PIERRE HEITMEYER TEXT: CARLMAKESMEDIA

»VERSORGUNGSSICHERHEIT IST FÜR MICH LEBENSQUALITÄT.« Dirk Thole der neue Geschäftsführer der Stadtwerke Gütersloh über seinen Neustart, offene Türen, Verantwortung und warum Vertrauen wichtiger ist als jede Kilowattstunde. Wer Dirk Thole zuhört, merkt schnell: Hier sitzt keiner, der sich hinter seinem Schreibtisch verstecken möchte. Seit Anfang Juli ist der 57-Jährige Geschäftsführer der Stadtwerke Gütersloh – und statt zunächst Akten zu wälzen, hat er vor allem eines getan: Menschen kennengelernt. Mitarbeitende, Politiker, Bürger und natürlich auch die Stadt selbst. Mit dem Fahrrad, beim Joggen oder bei einer Tasse Kaffee. Im CaféTalk mit Matthias Kirchhoff spricht der Norddeutsche über seinen Start in Gütersloh, seine Führungsphilosophie und darüber, warum Lebensqualität für ihn weit mehr bedeutet als Strom, Gas, Wasser oder Internet Willkommen beim 11. CaféTalk – heute mit Dirk Thole. »Erst einmal ankommen.«

Matthias Kirchhoff: Herr Thole, bevor wir über Energie, Glasfaser oder Versorgungssicherheit sprechen, erst einmal eine ganz wichtige Frage: Wie trinken Sie eigentlich Ihren Kaffee?

Dirk Thole: (lacht) Bis mittags immer schwarz. Nachmittags darf es dann gerne ein Espresso sein – und der auch mal mit Zucker.

Matthias Kirchhoff:
Sie sind seit Anfang Juli Geschäftsführer der Stadtwerke Gütersloh. Wie haben Sie Ihre ersten Wochen erlebt?

Dirk Thole: Für mich geht es zunächst einmal ums Ankommen. Ich möchte möglichst viele Menschen kennenlernen, zuhören und verstehen, wie die Stadtwerke und auch die Stadt funktionieren. Ich habe bereits viele Mitarbeitende, Führungskräfte und Vertreter aus Politik und Verwaltung kennengelernt. Auch den Bürgermeister Herrn Trepper.

Was mir sofort aufgefallen ist: Die Menschen hier sind sehr ruhig, besonnen und verantwortungsbewusst. Vielleicht ist das tatsächlich ein Stück ostwestfälische Mentalität.

Matthias Kirchhoff: Sie kommen aus Flensburg – einer Stadt, in der andere Urlaub machen. Warum haben Sie sich trotzdem für Gütersloh entschieden?

Dirk Thole: Ich war über zwanzig Jahre im EWE-Konzern tätig und habe danach den Schritt in die Selbstständigkeit als Interim-Manager gewagt. Dadurch bin ich nach Flensburg gekommen und dort letztlich auch geblieben. Das war eine wunderschöne Zeit.

Vor etwa einem Jahr hat sich meine Sicht auf vieles verändert. Mein damaliger Aufsichtsratsvorsitzender ist mit nur 59 Jahren plötzlich verstorben. Mein Vater ist ebenfalls mit 59 gestorben. Solche Ereignisse bringen einen zum Nachdenken.

Ich habe mich gefragt, ob ich wirklich jedes Wochenende zehn Stunden auf der Autobahn verbringen möchte. Familie ist mir unglaublich wichtig. Neben meinem Glauben und dem Sport ist sie das Wichtigste in meinem Leben.

Als ich dann die Ausschreibung der Stadtwerke Gütersloh gesehen habe, habe ich zunächst gedacht: Das klingt spannend. Nach den Gesprächen mit den Verantwortlichen hier wusste ich, dass das einfach gut passen könnte.

Gütersloh hat mich positiv überrascht

Matthias Kirchhoff: Wie war Ihr erster Eindruck von der Stadt?

Dirk Thole: Ehrlich gesagt war ich überrascht – und zwar positiv. Gütersloh ist viel grüner, als ich erwartet hatte. Viele Einfamilienhäuser, schöne Fachwerkgebäude, viel Natur und ein toller Stadtpark. Und richtig kurze Wege.

Ich habe das Glück, dass ich derzeit sehr zentral wohne. Dadurch erreiche ich fast alles mit dem Fahrrad. Das gefällt mir ausgesprochen gut.

Matthias Kirchhoff: Also sind Sie schon fleißig unterwegs?

Dirk Thole: Ja, sehr sogar. Ich fahre abends regelmäßig Rennrad und war schon mehrfach Richtung Werther oder Borgholzhausen unterwegs. Wunderschöne Strecken – auch wenn die Anstiege für mich durchaus anspruchsvoll sind. Ich fahre eigentlich lieber flach und mit Rückenwind. (lacht) Aber genau dadurch lernt man eine Region auch kennen.

Matthias Kirchhoff: Was macht Dirk Thole, wenn der Laptop zugeklappt wird?

Dirk Thole: Dann zieht es mich eigentlich immer nach draußen. Ich bin kein Mensch, der sich nach Feierabend auf das Sofa setzt. Ich möchte die Umgebung entdecken.

Neulich war ich beispielsweise im Parkbad, einfach um es mir einmal anzuschauen. An einem anderen Abend bin ich durch die Innenstadt gelaufen und habe dabei auch die Kneipenmeile entdeckt. Ich finde, man lernt eine Stadt am besten kennen, wenn man einfach losgeht und offen für Begegnungen ist. Außerdem bin ich gerne in der Natur unterwegs. Das ist für mich der perfekte Ausgleich zum Berufsalltag.

Matthias Kirchhoff: Die Gütersloher sprechen oft von ihrer Heimatverbundenheit. Was bedeutet Heimat für Sie?

Dirk Thole: Heimat ist für mich dort, wo Vertrauen entsteht.

Natürlich kennt man am Anfang niemanden. Deshalb ziehe ich mich auch nicht in meine Wohnung zurück, sondern gehe bewusst auf Menschen zu. Jeder braucht Menschen, mit denen er offen sprechen kann.

Vertrauen wächst nicht über das Telefon oder per WhatsApp. Vertrauen entsteht durch persönliche Begegnungen. Genau deshalb suche ich den Austausch – beruflich genauso wie privat.

Matthias Kirchhoff: Sie wirken insgesamt sehr positiv. Woher kommt diese Einstellung?

Dirk Thole: Ich glaube, man sollte dankbar sein. Dankbar dafür, morgens gesund aufzuwachen, eine Familie zu haben und einer sinnvollen Arbeit nachgehen zu dürfen. Es gibt viele Menschen, denen es deutlich schlechter geht. Das sollte man nie vergessen. Diese Dankbarkeit begleitet mich jeden Tag.

Führung beginnt nicht hinter verschlossenen türen

Matthias Kirchhoff: Sie sprechen oft über Menschen. Gilt das auch für Ihren Führungsstil?

Dirk Thole: Absolut. Ich möchte ein Geschäftsführer sein, der nah bei seinen Mitarbeitenden ist. Deshalb gehe ich lieber selbst durch die Büros, statt alle zu mir zu bestellen.

Ich habe festgestellt, dass bei den Stadtwerken viele Bürotüren geschlossen sind. Das hat mich ehrlich gesagt überrascht. Ich mag offene Türen. Offene Türen erleichtern Gespräche und schaffen Vertrauen.

Natürlich gehört zu meinem Führungsstil auch Konsequenz. Mitarbeitendenähe bedeutet nicht Beliebigkeit. Jeder trägt Verantwortung für seinen Aufgabenbereich. Wenn jemand diese Verantwortung nicht wahrnimmt, dann spreche ich das auch klar an.

Aber Ehrlichkeit ist für mich die Grundlage jeder Zusammenarbeit.

Man merkt erst wie wichtig die Stadtwerke sind, wenn sie einmal nicht da sind

Matthias Kirchhoff: Die meisten Menschen verbinden die Stadtwerke mit ihrer Strom- oder Gasrechnung. Tatsächlich steckt aber viel mehr dahinter. Was möchten Sie den Güterslohern vermitteln?

Dirk Thole: Die Stadtwerke begleiten die Menschen jeden Tag – oft, ohne dass sie es bewusst wahrnehmen. Strom, Trinkwasser, Wärme, öffentlicher Nahverkehr, Bäder, Glasfaser – all das gehört dazu.

Eigentlich merkt man erst dann, wie wichtig Stadtwerke sind, wenn etwas einmal nicht funktioniert. Genau deshalb ist unser wichtigster Auftrag, dafür zu sorgen, dass die Lebensqualität in Gütersloh jeden Tag gesichert bleibt. Versorgungssicherheit steht dabei für mich an erster Stelle.

Matthias Kirchhoff:  Hat sich die Rolle der Stadtwerke in den vergangenen Jahren verändert?

Dirk Thole: Ganz klar. Früher war man Versorger.
Heute sind wir Dienstleister.

Das bedeutet, dass wir erreichbar sein müssen und den Menschen Lösungen anbieten müssen. Wer heute zu den Stadtwerken kommt, erwartet nicht nur Strom oder Gas, sondern Beratung, Service und Unterstützung.

Gerade im Bereich Telekommunikation merken wir das sehr deutlich. Strom wird benötigt – Glasfaser oder Internet muss man den Menschen aktiv erklären und anbieten. Deshalb müssen wir unsere Dienstleistungen noch verständlicher machen.

versorgung und vertRAUEN gehören zusammen

Matthias Kirchhoff: Energie ist heute auch Vertrauenssache.
Wie möchten Sie dieses Vertrauen weiter stärken?

Dirk Thole: Mit Ehrlichkeit und Offenheit.

Wenn etwas gut läuft, darf man das sagen. Wenn etwas nicht gut läuft, muss man es ebenfalls offen ansprechen.

Vertrauen entsteht nur, wenn Menschen merken, dass man ihnen nichts vormacht. Deshalb möchte ich als Geschäftsführer sichtbar sein und mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen.

Aber nicht nur ich bin das Gesicht der Stadtwerke. Jeder Mitarbeitende repräsentiert unsere Unternehmensgruppe.

Matthias Kirchhoff: Wie würden Ihre Mitarbeitenden Ihren Führungsstil beschreiben?

Dirk Thole: Wahrscheinlich als mitarbeiternah, aber auch konsequent.

Ich suche den Kontakt zu den Menschen und möchte wissen, was sie bewegt. Gleichzeitig haben wir alle einen Auftrag.

Wir verwalten letztlich das Geld der Bürgerinnen und Bürger. Deshalb müssen wir verantwortungsvoll handeln. Jeder übernimmt seinen Teil dieser Verantwortung.

Wenn jemand seinen Aufgaben nicht nachkommt, dann spreche ich das offen an. Ehrlichkeit gehört für mich dazu.

Offene Türen sagen mehr als tausend Worte

Matthias Kirchhoff: Sie haben vorhin die geschlossenen Bürotüren angesprochen.

Dirk Thole: Ja, das ist mir tatsächlich aufgefallen.

Ich kenne es aus anderen Unternehmen eher so, dass Türen offen stehen und man schnell miteinander ins Gespräch kommt.

Ich möchte niemandem vorschreiben, wie er arbeiten soll. Aber ich glaube, offene Türen schaffen eine offene Unternehmenskultur. Das beginnt oft mit kleinen Dingen.

Große Aufgaben warten

Matthias Kirchhoff: Wo sehen Sie aktuell die größten Herausforderungen für die Stadtwerke Gütersloh?

Dirk Thole: Wir stehen vor enormen Investitionen.

Unsere Stromnetze müssen für die Energiewende weiter ausgebaut werden. Wärmepumpen, Elektromobilität und erneuerbare Energien stellen ganz neue Anforderungen. Hinzu kommen Investitionen in die Telekommunikation und natürlich auch in unsere Bäder.

All das muss finanziert werden. Deshalb müssen wir sehr verantwortungsvoll wirtschaften.

Glasfaser ist die Zukunft

Matthias Kirchhoff: Sie sprechen häufig über Glasfaser. Warum ist Ihnen dieses Thema so wichtig?

Dirk Thole: Weil Glasfaser längst zur Daseinsvorsorge gehört.

Schnelles Internet ist heute genauso wichtig wie Strom oder Wasser. Deshalb möchten wir noch mehr Menschen von unserem Angebot überzeugen.

Unser Ziel ist es, den Bürgern gute Produkte zu fairen Preisen anzubieten. Ich kann mir künftig auch Bündelangebote vorstellen – etwa Strom, Internet und zusätzliche Vorteile aus einer Hand.

Matthias Kirchhoff: Welche Rolle wird künstliche Intelligenz künftig spielen?

Dirk Thole: Eine große. Ich vergleiche KI gerne mit einem Praktikanten. Sie kann uns unterstützen und viele Abläufe erleichtern, wird aber den Menschen nicht ersetzen. Wichtig ist, dass wir unsere Mitarbeitenden auf diesem Weg mitnehmen. Digitalisierung funktioniert nur dann, wenn die Menschen verstehen, welchen Nutzen sie davon haben.

Mobilität neu denken

Matthias Kirchhoff: Auch Busse und Mobilität gehören zu den Stadtwerken. Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Dirk Thole: Ich glaube eher an Anreize als an Verbote.

Menschen sollten Freude daran haben, Bus oder Fahrrad zu nutzen. Vielleicht kann man künftig Belohnungssysteme entwickeln – beispielsweise Vorteile für regelmäßige Busfahrer oder andere kreative Ideen ausprobieren.

Man muss den Mut haben, neue Wege zu gehen. Nicht alles wird funktionieren. Aber wer nichts ausprobiert, entwickelt sich auch nicht weiter.

Lebensqualität ist unser Auftrag

Matthias Kirchhoff: Sie sprechen immer wieder von Lebensqualität.
Was bedeutet dieser Begriff für Sie persönlich?

Dirk Thole: Lebensqualität beginnt mit Verlässlichkeit.

Die Menschen müssen sich darauf verlassen können, dass Strom fließt, Trinkwasser in bester Qualität aus dem Hahn kommt und die Wärmeversorgung funktioniert.

Dazu gehören aber genauso moderne Glasfasernetze, attraktive Freizeitangebote und ein öffentlicher Nahverkehr, der den Bedürfnissen der Menschen gerecht wird. Unser Auftrag ist es, gemeinsam mit der Stadt dafür zu sorgen, dass Gütersloh auch in Zukunft eine lebenswerte Großstadt bleibt.

Lebensqualität muss man jeden Tag sichern

Matthias Kirchhoff: Wenn Sie heute an Gütersloh denken – wo sehen Sie die Stadt in fünf Jahren?

Dirk Thole: Ich wünsche mir, dass die Menschen die Stadtwerke als modernen Dienstleister wahrnehmen und unsere Mitarbeitenden stolz sagen: „Ich arbeite bei den Stadtwerken Gütersloh.“

Wir wollen Dienstleistungen anbieten, die den Alltag der Menschen erleichtern – zuverlässig, fair und bürgernah. Gleichzeitig müssen wir unsere internen Prozesse weiterentwickeln und digitaler werden, damit wir auch künftig schnell und flexibel handeln können.

Mehr als Energie

Matthias Kirchhoff: Die Stadtwerke unterstützen nicht nur die Energieversorgung, sondern auch Kultur, Sport und das gesellschaftliche Leben. Welche Rolle spielt das für Sie?

Dirk Thole: Eine wichtige.

Ich möchte mir zunächst einen Überblick verschaffen, welche Projekte und Veranstaltungen wir bereits unterstützen. Aber grundsätzlich finde ich, dass Stadtwerke dort präsent sein sollten, wo Menschen zusammenkommen.

Ob Kulturveranstaltungen, Stadtfeste oder Sport – überall dort, wo Gemeinschaft entsteht, können auch die Stadtwerke ihren Beitrag leisten. Gerade lokale Veranstaltungen sind wichtig für das Leben einer Stadt.

Das Nordbad liegt Ihm sehr am herzen

Matthias Kirchhoff: Wenn Sie einen Wunsch für Gütersloh sofort erfüllen könnten – welcher wäre das?

Dirk Thole: Ganz klar das Nordbad.

Gerade Familien und Kinder brauchen attraktive Möglichkeiten, ihre Freizeit in der eigenen Stadt zu verbringen. Nicht jede Familie kann in den Urlaub fahren oder ständig auf andere Städte ausweichen.

Deshalb wünsche ich mir, dass wir gemeinsam möglichst schnell eine gute Lösung für das Nordbad finden.

Und wir sollten auch einmal auf das Parkbad schauen. Wie geht es dort weiter. Das sind Dinge, die die Gütersloher zur
Zeit sehr bewegen.

Wir müssen ausprobieren dürfen

Matthias Kirchhoff: Viele Themen verändern sich derzeit rasant – Mobilität, Digitalisierung oder Energie. Wie geht man damit um?

Dirk Thole: Indem man offen bleibt.

Nicht jede Idee wird funktionieren. Aber wir müssen bereit sein, Dinge auszuprobieren. Ich glaube nicht an starre Strukturen. Wer sich weiterentwickeln möchte, muss auch akzeptieren, dass nicht jeder Versuch sofort erfolgreich ist.

Was wünschen sie sich für die Stadtwerke Gütersloh

Matthias Kirchhoff: Worauf möchten Sie in fünf Jahren zurückblicken?

Dirk Thole: Ich wünsche mir eine Unternehmenskultur, in der Menschen gerne zusammenarbeiten. Vielleicht stehen dann auch ein paar mehr Bürotüren offen. Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist für mich aber ein Zeichen für Offenheit und Kommunikation. Und ich wünsche mir, dass die Bürger den Stadtwerken vertrauen und sagen: „Das sind unsere Stadtwerke.“

Zum Anfang zurück

Matthias Kirchhoff: Sie haben gleich zu Beginn unseres Gesprächs drei Dinge genannt, die Ihr Leben prägen: Familie, Glaube und Sport. Über den Sport haben wir schon gesprochen. Bleiben Familie und Glaube. Welche Rolle spielen sie für Sie?

Dirk Thole: Eine sehr große.

Familie steht für mich an erster Stelle. Wir haben drei Kinder, die inzwischen alle erwachsen sind. Lustigerweise sind – genau wie meine Frau und meine Eltern – alle Mediziner geworden. Da frage ich mich manchmal schmunzelnd, was bei mir wohl schiefgelaufen ist. Mich haben eben schon immer Zahlen und wirtschaftliche Zusammenhänge fasziniert.

Noch wichtiger ist für mich und meine Familie aber der Glaube.

Und dabei ist mir eines besonders wichtig: Es ist mir völlig egal, woran ein Mensch glaubt. Entscheidend ist für mich, dass er an etwas glaubt, das größer ist als er selbst. Ich gehe regelmäßig in die Kirche und ziehe daraus Kraft. Nicht nur für den Beruf, sondern auch für mein persönliches Leben. Mein Glaube gibt mir Orientierung und erinnert mich immer wieder daran, welche Werte wirklich zählen.

Matthias Kirchhoff: Das hört man heute eher selten – vor allem von einem Geschäftsführer.

Dirk Thole: Das stimmt. Ich habe in Flensburg einmal scherzhaft gesagt, man könne mich vielleicht als einen „katholischen Betonkopf“ bezeichnen. Natürlich mit einem Augenzwinkern. Was ich damit meine, ist etwas anderes: Ich bin ein werteorientierter Mensch. Manche nennen das konservativ. Für mich bedeutet es vor allem, Verantwortung zu übernehmen, ehrlich zu sein und Menschen mit Respekt zu begegnen.

Diese Werte begleiten mich schon mein ganzes Leben.

DIE SCHNELLE FRAGERUNDE

Kaffee oder Tee?
Kaffee.

Frühaufsteher oder Nachteule?
Ganz klar Frühaufsteher.

Fahrrad oder Auto?
Natürlich Fahrrad

Nordsee oder Berge?
Berge

Buch oder Podcast?
Podcast

Zahlen oder Bauchgefühl?
Beides – aber wenn ich mich entscheiden muss, dann Bauchgefühl.

Bus oder E-Bike?
E-Bike.

Jeans oder Anzug?
Jeans.

Feierabend – Sofa oder draußen?
Draußen.

Welcher Song bringt Sie sofort in gute Stimmung?
An Tagen wie diesen.

Wenn Sie Gütersloh mit drei Worten beschreiben würden?
Grün, sympathisch, lebenswert

 

Matthias Kirchhoff: Welche Frage hat Ihnen heute eigentlich gefehlt?

Dirk Thole: Vielleicht die nach meinen Lebensprinzipien.

Für mich spielt Eigenverantwortung eine große Rolle.
Jeder Mensch kann viel mehr bewegen, als er selbst glaubt.

Ich mag es nicht, wenn immer zuerst gefragt wird, was andere für einen tun können. Viel wichtiger ist doch die Frage: Was kann ich selbst beitragen?
Einfach machen.

Ausprobieren. Verantwortung übernehmen. Das ist ein Grundsatz, der mich mein ganzes Leben begleitet hat.

Matthias Kirchhoff: Vielen Dank für diesen großartigen CaféTalk Herr Thole.

 

Kontakt:

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