FOTOS UND TEXTE: CARLMAKESMEDIA
Dieser Bericht enthält teilweise KI-generierte bzw. KI-unterstützt erstellte Bild- und Toninhalte. Willkommen zur FORTSETZUNG der »CARL CRIME STORY« Hier werden die dunkleren Kapitel von Gütersloh und Umgebung vom gebürtigen Gütersloher Bundeskriminalbeamten und legendären Profiler Karl Drenkelfort (59) beleuchtet. Spektakuläre Verbrechen, rätselhafte Mordfälle und Ereignisse – näher, als man denkt. Keine frei erfundenen Storys. Sondern Fälle, Schicksale und Ermittlungen, die bis heute nachwirken und auf wahren Begebenheiten basieren. Wir erzählen, was damals geschah, wie die Polizei ermittelte und welche Details noch immer unter die Haut gehen. Manche Fälle wurden gelöst, andere geben bis heute Rätsel auf. Die CARL CRIME STORYS machen das Magazin CARL jeden Monat noch ein Stück spannender und lesenswerter. Lest mit. Rätselt mit bei der CARL CRIME STORY - manchmal ist die Realität fesselnder als jede Fiktion…

Der Wind hatte gedreht. Als Karl Drenkelfort am späten Nachmittag vom Tatort des Leichenfundes am Eselsbach zurück zum Parkplatz am Gütersloher Stadtpark ging, trieb ein kalter Geruch von nassem Laub über die Wege.
Der Himmel war inzwischen dunkler geworden. Die Art von Winterlicht, die Dinge flach wirken lässt – als würde die Stadt selbst versuchen, sich unsichtbar zu machen. Neben ihm lief seine Kollegin Lea Sommerfeld schweigend. Sie hielt immer noch das Handy in der Hand, mit der WhatsApp-Nachricht: »Ich bin wieder da! Hans Peter S.«
»Wir haben die Nummer prüfen lassen«, sagte Lea schließlich. »Prepaid. Aktiviert heute Morgen. Keine Registrierung.«
Karl Drenkelfort nickte nur. Er dachte nicht an die Nachricht. Er dachte an die Handschrift. Nicht im wörtlichen Sinne – sondern an die psychologische Handschrift. Serienmörder verändern sich selten. Und wenn sie zurückkehren, dann nicht mit einem WhatsApp-Gruß.
Die Tote
Die Frau aus dem Eselsbach war identifiziert. Mara Kühlmann, 27-jährige Grundschullehrerin aus Rheda-Wiedenbrück. Unverheiratet. Keine Vorstrafen. Keine Feinde. Ihre Kleidung war ordentlich. Keine Abwehrspuren.
Erwürgt.
Ihre Hände lagen übereinander auf dem Bauch. Genauso wie bei einem alten Fall. Der Fall Hans-Peter S. aus den 70er Jahren.
Ein Name kehrt zurück
Zwei Stunden später saßen Karl Drenkelfort und Lea Sommerfeld im Präsidium der Polizei in Gütersloh. Ein grauer Raum. Aktenordner. Leuchtstoffröhren. Kalter Kaffee.
Lea schob eine Mappe über den Tisch. »Die alten Ermittlungen aus den Siebzigern.« Karl öffnete sie. Fotos. Damals alle noch in Schwarzweiß. Ein junges Mädchen am Ufer des Eselsbach.
Die gleiche Haltung der Hände. Die gleiche Ruhe im Gesicht. Er legte das Bild zurück. »Das ist kein Zufall«, sagte Lea. Karl sah sie an. »Nein, ganz und gar nicht.«. »Aber es ist auch nicht Hans-Peter S.«
»Warum nicht?«, Lea runzelte die Stirn. »Sie glauben, jemand kopiert ihn?«
Drenkelfort stand auf und ging zum Fenster. Draußen gab sich der Berliner Platz im Abendverkehr. »Serienmörder besitzen ihr Muster«, sagte er ruhig. »Es ist ihr persönlicher Abdruck.« Er drehte sich zu ihr um. »Und niemand klaut seinen eigenen Fingerabdruck.«
Lea verstand sofort. »Der Täter will, dass wir an Hans-Peter S. denken.« Karl nickte. »Aber er ist es nicht.«
Drei Tage später
Montagmorgen. Kurz nach sechs Uhr. Ein Jogger lief entlang der Dalke nahe des Mohns Park. Er stoppte. Er dachte zuerst, es sei ein Sack. Dann sah er Haare. Und rief sofort die Polizei.
Die zweite Tote
Diesmal war alles anders. Die Frau lag halb im Wasser. Nur noch leicht bekleidet. Schwere Verletzungen am Rücken. Brutaler Mord. Keine Ordnung. Keine Inszenierung.
Als Karl den Fundort erreichte, stand Lea bereits vor Ort. Sie sah müde aus. »Das passt nicht.« Karl stand neben der Böschung. Er sah sich die Umgebung an, während zwei Froschmänner die Tote bergen.
Keine Symbolik. Kein Muster. Nichts. »Das ist auch kein Serienmord.« Lea sah ihn irritiert an. »Aber…«, Karl unterbrach sie. »Das hier ist einfach nur Gewalt.« Er blickte auf die Dalke. »Und ich glaube, dass dieser Mord nichts mit dem anderen zu tun hat.«
Zwei Fälle
Die Tote aus der Dalke wurde identifiziert.
Sabrina B., 34.
Barfrau aus einem Bielefelder-Club.
Konflikte. Gewaltbeziehungen. Mehrere Anzeigen.
Ein völlig anderes Leben. Und ein völlig anderes Täterprofil. Die Mordkommission arbeitete nun an zwei Fällen gleichzeitig. Doch die Zeitungen schrieben bereits: »Die Rückkehr des Eselsbach-Mörders.« Karl hasste solche Schlagzeilen.
Der dritte Mord
Eine Woche später. Mittwoch.
Der Anruf kam um 03:12 Uhr.
Wieder wurde eine junge Frau tot aufgefunden. Auf einem Parkplatz nahe dem Heidewaldstadion. Dort, wo Karl Drenkelfort sich als Kind zusammen mit Hans-Peter S. die Zweitligaspiele der DJK Gütersloh angesehen hatte und Hans Peter ihm einmal erklärte, warum Menschen kämpfen. »Man erkennt das wahre ICH eines Menschen daran, wie er anderen wehtut.« Karl dachte damals aber, dass es nur Gerede sei.
Er brauchte nichts zu sagen. Lea Sommerfeld sah es sofort in seinem Gesicht. »Schon wieder das gleiche unverwechselbare Muster.«
Karl kniete neben dem Körper. Wieder dieselbe Haltung. Die Hände auf dem Bauch. Die Augen geschlossen. Die Tote wirkte fast arrangiert. Lea flüsterte: »Das ist wieder das Muster.« Karl sah zum Stadion und stand lange in seinen Gedanken versunken am Rand des Parkplatzes, während die Spurensicherung arbeitete und die Flutlichter den Schleichweg in ein milchig weißblaues Licht tauchten.
Die Verbindung
Am nächsten Tag saßen sie erneut im Büro. Drei Fotos. Drei Frauen. Drei Leben. Keine Verbindung. Keine gemeinsamen Freunde. Keine gemeinsamen Orte. Einfach nichts.
Lea tippte nervös auf den Tisch. »Es gibt einfach keine Logik.« Karl sah wieder auf die Fotos. Dann sagte er leise: »Doch.« Sie sah ihn an. »Welche?« Karl zeigte auf die Gesichter. »Sie sich alle ähnlich.«
Lea blätterte zurück. Jetzt sah sie es auch. Alle drei Frauen hatten etwas Gemeinsames. Nicht der Beruf. Nicht das Alter. Sondern die Ausstrahlung. Freundlich. Offen. Vertrauenswürdig. Die Art Mensch, die jeder mochte.


Und dann
Zwei Tage später kam eine neue Nachricht. Wieder WhatsApp. Wieder unbekannte Nummer. Nur ein Satz. »Hey Karl, Du erinnerst dich doch an mich, oder nicht?« Lea sah ihn an. »Tut er?«
Karl antwortete nicht. Denn plötzlich erinnerte er sich. Nicht an Hans-Peter S. …Sondern an jemanden aus einer ganz anderen Zeit. Jemanden, der immer bei den alten Prozessen im Zuschauerraum saß. Jemanden, der jahrelang Briefe an Hans-Peter S. geschrieben hatte. Und ihn später sogar im Gefängnis über Jahre besuchte.
Eine Frau. Still. Freundlich. Unauffällig. Eine Person, die ebenfalls jeder mochte. Karl flüsterte nur einen Namen. Lea verstand aber den Zusammenhang noch nicht.
Aber Karl Drenkelfort wusste: Der Fall hatte gerade neu begonnen. Und der eigentliche Täter – hatte noch gar nicht angefangen zu spielen, denn der Mord im Heidewaldstadion veränderte einfach alles. Nicht wegen der Tat. Sondern wegen der Erinnerung, die er bei Karl Drenkelfort auslöste.
Die Stadt beginnt zu flüstern
Die Presse sah immer noch dasselbe in den Taten: »Der Eselsbach-Mörder ist zurück.« »Der Serienkiller der 70er lebt.« »Er mordet weiter.«
Doch Karl Drenkelfort wusste: Das war falsch. Die zweite Tote in der Dalke hatte nachweislich nichts mit den anderen Fällen zu tun. Ein brutaler Beziehungskonflikt. Ein Zufall. Aber genau dieser Zufall war das Problem. Denn er verdeckte etwas anderes. Etwas viel Raffinierteres.
Die Opfer
Schon vier Tage später kam der nächste Mord.Diesmal am Rand eines Feldwegs bei Verl. Eine junge Physiotherapeutin. Wieder die Hände über dem Bauch. Wieder kein Kampf. Wieder keine Spuren. Und wieder diese merkwürdige Ruhe im Gesicht.
Als Karl die Fotos sah, sagte er nur: »Er verändert das Muster.« Lea runzelte die Stirn. »Er?« Karl sah sie an. »Oder vielleicht auch eine sie.
Die Gemeinsamkeit
Im Präsidium legten sie Fotos der Opfer erneut nebeneinander.
Mara Kühlmann – Lehrerin
Anna Hagedorn – Physiotherapeutin
Julia Brandes – Buchhändlerin
Alle aus unterschiedlichen Städten: Rheda-Wiedenbrück – Verl – Gütersloh. Keine Verbindung. Keine gemeinsamen Bekannten.
Bis Lea plötzlich etwas bemerkte. »Moment mal.“« Sie tippte auf den Bildschirm. Instagram. Eine Veranstaltung. Lesung im Kulturhaus. Alle drei Frauen waren dort gewesen. Der Ort: Die Stadtbibliothek Gütersloh
Die Frau aus der Bibliothek
Die Veranstaltung wurde von einer lokalen Initiative organisiert. Dem »Kulturkreis Gütersloh.« Vorsitzende: Clara Bergmann. 43 Jahre. Gymnasiallehrerin. Ehrenamtliche Kulturorganisatorin. Und wenn Sie in einen Raum trat, lagen alle Blicke auf ihr Erscheinen.
Karl kannte ihren Namen sofort. Lea hingegen nicht. »Sie organisiert seit Jahren Lesungen über verworrene und raffinierte Kriminalfälle«, erklärte Karl Drenkelfort.
Lea sah auf den Bildschirm. Fotos. Clara Bergmann. Ein warmes Lächeln. Freundliche Augen. Die Art Frau, der man sofort vertraute. Eine Frau, der die Männerwelt gerne mal zu Fü.en liegt. Auf jedem Foto stand sie mitten zwischen Menschen. Beliebt und bekannt.
»Unmöglich« sagte Lea. Karl antwortete ruhig: »Genau deshalb wäre es möglich.«
Die alte Spur
Karl fuhr am nächsten Tag zur Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Senne. Dort saß noch immer der Mann, mit dem alles begonnen hatte. Hans-Peter S., mittlerweile 82 Jahre alt und gebrechlich. Aber seine Augen waren noch wach.
Der Justizbeamte führte Karl Drenkelfort in die Zelle, in der der Serienmörder aus den 70ern, seit über 50 Jahren eingesperrt ist. Hans-Peter lächelte, als er ihn sah. Er erkannte ihn sofort und sein Lächeln war wie an dem Tag, als er vor 50 Jahren vor Karls Augen vom BKA am Höltingsweg verhaftet wurde.
Als hätten sie sich gestern gesehen.
Karl setzte sich zu ihm gegenüber. »Ich habe eine Frage.« Hans-Peter lachte leise. »Natürlich hast du das.« Karl legte ein Foto auf den Tisch. Darauf zu sehen: Die ominöse Clara Bergmann. Hans-Peter betrachtete es lange und mit viel Genuss. Dann begann er zu grinsen. »Ach… die wunderbare Clara.«
Karl spürte, wie sich etwas in seinem Magen zusammenzog. »Du kennst sie.« Hans-Peter nickte. »Sie hat mich über Jahre hier im Knast besucht.« Karl sagte nichts. »Sie war fasziniert, fast wie von Sinnen«, fuhr Hans-Peter fort. »Von dem, was ich getan habe.« »Sie wollte alles wissen und verstehen.« Karl fragte: »Was genau wollte sie verstehen?«
Hans-Peter lehnte sich mit einem widerlichen Lächeln genüsslich zurück. Dass Menschen leicht zu lenken sind. Zu verändern sind. Sogar so weit, dass sie alles tun, was Du willst. Und wie sich die Macht anfühlt. Was es selbst mit dir macht. »Ich kann es auch gerade wieder fühlen«, war der fast schon pervers anmutende Schlussakkord mit erregter Stimme von Hans Peter S.
Karl Drenkelforts wollte nur noch aus der Zelle. Seine Kollegin Lea Sommerfeld wartete im Auto vor der JVA. Als Karl einstieg, sah sie sofort, dass etwas anders war. »Und?« Karl sagte nur einen Satz. »Der Täter ist nicht die Person, die mordet.« Lea war verwirrt und verstand es wieder nicht. Noch nicht.
Der fünfte Mord
Nur drei Tage später starb wieder eine Frau. Diesmal in einem kleinen Waldstück nahe Rheda-Wiedenbrück. Wieder erwürgt und das selbe Muster. Doch diesmal gab es einen Fehler. Der Täter wurde gesehen.
Ein Mann. 35 Jahre alt. Helfer in der Altenpflege.
Das war die große Chance, auf der die gesamte Gütersloher Kriminalpolizei gewartet hatte. Mit einem einmaligen Großeinsatz gelang es den Täter noch in der selben Nacht festzunehmen. Sein Name: Sebastian Möller.
Als Lea ihn verhörte, weinte er.
»Ich wollte das nicht.«
»Sie hat gesagt, ich soll ihr helfen.«
»Sie hat gesagt, ich soll die Frau töten.«
»Sie hat gesagt, es sei lebenswichtig für sie.«
»Sie hat gesagt, ich könne nur so meine endlose Zuneigung beweisen.«
Lea fragte: „Wer, Herr Möller, wer sagte das zu ihnen?“ Er flüsterte völlig verstört: »Clara. Welche Clara? Clara Bergmann.« Jetzt verstand Lea Sommerfeld, all das was Karl Denkelfort Ihr aufgezeigt hat.
Die Wahrheit
Am nächsten Morgen stand ein Einsatzteam des LKA vor der Stadtbibliothek Gütersloh. Karl betrat das Gebäude allein. Im Veranstaltungssaal saßen etwa dreißig sogenannte Krimi-Enthusiasten im Halbkreis.
In der Mitte stand Clara Bergmann. Sie las gerade aus einem Buch, mit alten veröffentlichten Kriminalfällen vor. Ihre Stimme war ruhig. Warm. Dennoch fesselnd. Als Karl den Raum betrat, blickte sie auf. Und lächelte. Als hätte sie ihn erwartet. »Sie haben lange gebraucht, Herr Drenkelfort.« Karl trat näher. »Clara Bergmann. Sie sind vorläufig festgenommen.«
Die Zuhörer starrten verwirrt. Doch Clara wirkte vollkommen ruhig. Sie schloss langsam ihr Buch. »Natürlich müssen Sie mich verhaften.« Dann ließ sie sich nur mit leichtem Widerstand abführen.
Das Motiv
Im Verhörraum wirkte sie fast gelassen. Sie saß aufrecht. Die Hände ruhig auf dem Tisch. Karl saß ihr gegenüber. Lea beobachtete sie durch die Scheibe.
»Warum?«, fragte Karl. Clara lächelte schwach. »Weil Menschen faszinierend sind.« Karl sagte nichts.
Sie fuhr fort: »Ich habe Hans-Peter S. während meines Studiums entdeckt.« Durch Zeitungsartikel. Durch Gerichtsberichte und Interviews. »Er verstand Menschen.«
Karl sah sie an. »Und deshalb haben Sie Männer dazu gebracht, junge unschuldige Frauen zu töten?« Sie schüttelte den Kopf. »Nicht deshalb.« Sie lehnte sich gelassen zurück. »Ich wollte etwas beweisen.« »Und was wollten Sie beweisen?« fragte Karl Drenkelfort.
Ihr Blick wurde plötzlich ernst. »Dass jeder Mensch zum Täter werden kann.« Karl schwieg. »Man muss nur wissen, welchen Knopf man drückt.« Sie hatte sich ihre Täter gezielt ausgesucht. Einsame Männer. Verletzliche Männer. Manipulierbar und nach Liebe suchend.
Sie schenkte ihnen Aufmerksamkeit. Vertrauen und Zuneigung, die sie so noch nicht kannten. Und irgendwann kams es wie es kommem musste. Sie gab ihnen ganz gezielt einen Auftrag.
»Sie wollten mir unbedingt gefallen«, sagte sie ruhig. »Und irgendwann waren sie dazu bereit alles zu tun … einfach alles.«
Die letzte Frage
Karl stand auf. »Warum ich?« Clara sah ihn lange an. Dann lächelte sie wieder. »Weil Sie einmal Teil der Geschichte waren.« Karl spürte, wie sein Herz schneller schlug. »Was meinen Sie damit?«
Clara neigte leicht den Kopf. »Sie hätten vor 50 Jahren selbst das erste Opfer werden sollen.« Der Raum wurde still.
»Hans-Peter S. hat mir oft von Ihnen erzählt.« Sie sah Karl Drenkelfort direkt an. »Das Kind vom Höltingsweg. Das Kind, das er immer wieder in gefährliche Situationen brachte. Das Kind, was er von Anfang an töten wollte«
Karl sagte nichts. »Nur durch seine nicht eingeplante Festnahme haben Sie überlebt.« Clara lächelte befriedigt. »Sie waren sein Lieblingsrätsel, das er nicht mehr lösen konnte.« Eine kurze Pause.
»Und jetzt wollte ich es für ihn lösen.« »Ich wollte auch Sie töten lassen.« »Und nur durch meine unvorhergesehene Festnahme kommen sie erneut mit dem Leben davon« Karl Drenkelfort schlug langsam die Ermittlungsakte zu und sah Clara Bergmann dabei tief in die Augen und sagte mit ruhiger Stimme: »Schade, dass es in der JVA Bielefeld keine gemischten Doppelzellen gibt, denn sonst würde ich dafür sorgen, dass sie sich beide für den Rest ihres Lebens eine Zelle teilen können und sich gegenseitig bedauern dürfen.« »Abführen« das waren die letzten Worte die Clara noch zu hören bekam. Danach drehte sich Karl stillschweigend um und verließ den Raum.
Der Eselsbach
Drei Wochen später stand Karl Drenkelfort wieder an der Brücke im Villenviertel des Stadtparks, Ecke Emillienstraße. Dort wo seine Ermittlungen um Hans Peter S. begannen. Das Wasser des Eselsbachs floss ganz ruhig. Als wäre hier nie etwas geschehen. Lea Sommerfeld stand neben ihn. »Komisch.« sagte sie. Karl sah sie an. »Was ist komisch?« »Dass man so etwas nicht kommen sieht, nicht erkennt.« Karl nickte.
Dann sagte er leise: »Die gefährlichsten Menschen sind nicht die, vor denen man Angst hat, sondern die, denen man absolut vertraut.« Karl Drenkelfort sah auf das Wasser des Eselsbach, während der Wind die Blätter rauschen ließ. Und für einen Moment schien es so, als würde der Bach selbst die Geschichte für immer hinwegtragen. So wie er es schon einmal getan hatte. Vor fünfzig Jahren.
In der nächsten Ausgabe ermittelt Karl Drenkelfort natürlich weiter. Dann aber an seinem nächsten unglaublichen neuen Fall. Und immer dabei, seine Kollegin, Lea Sommerfeld.



