Wir sind CarlMakesMedia
a
  • 27.01.2026
  • Ausgabe 119
  • RegioCarl

DIE GASTSTÄTTE »DIE ALTE HEUWAAGE« WIRD 200 JAHRE ALT –

UND WARST DU SCHON DRIN? WENN NICHT, DANN ZEIGEN WIR DIR JETZT, WAS DU VERPASST HAST!
Matthias Kirchhoff Redakteurbild

Matthias Kirchhoff

Content-Redakteur

FOTOS UND TEXTE: MATTHIAS KIRCHHOFF

WIR GRATULIEREN ZU 200 JAHRE »HEUWAAGE« Ambiente Immobilien | Nesrin Sayar Dolmetschen, Übersetzen, Unterrichten | Pro Objekt Einrichtungen GmbH | Horstmann GmbH | Esen Immoprojekt GmbH & Co. KG | Das Lädchen | LBS Gütersloh Finanzierung und Immobilien | Kattenstroth Versicherungen seit 1976 - Continentale | Michel Meyer Architektur | Daniel Blomberg DDM GmbH & Co.KG | Dolce Vita Italienische Feinkost | Europa-Schmuck Inh. Gabriele Rudorff Gütersloh | Café Sonnenburg | Cafe RinNes - Gütersloh | CarloMakesMedia | Timmermann GmbH Malerbetrieb, Lack- und Karosserietechnik | Krönig´sche Apotheke Gütersloh | Tassikas Haustechnik GmbH & Co. KG | Dominik Horsthemke Dachdeckermeister

Kaum zu glauben, doch »die alte Heuwaage« blickt auf eine Geschichte zurück, die bis ins Jahr 1620 reicht. Ursprünglich als Zollstation errichtet, wurde das Gebäude 1826 zu einer Kneipe umgebaut – und damit zu einem Ort der Begegnung.

Mit der Umnutzung der alten Heuwaage zur Gaststätte begann ein neues Kapitel für das historische Gebäude – und für die Stadt selbst. Wo einst nüchtern gewogen und gerechnet wurde, zog Leben ein. Stimmen, Musik und der Geruch frisch gezapften Biers füllte die Räume, und aus dem funktionalen Zweckbau wurde ein Ort, an dem man blieb. Nicht, weil man musste, sondern weil man wollte.

Die alte Heuwaage wurde schnell mehr als nur eine Kneipe. Sie war Treffpunkt nach Feierabend, Startpunkt langer Nächte und sicherer Hafen für alle, die einen ehrlichen Ort suchten. Kein Schnickschnack, keine modischen Konzepte – stattdessen ein Raum, der so war wie seine Gäste: direkt, herzlich und bodenständig. Die Spuren der Vergangenheit blieben sichtbar und wurden Teil der Atmosphäre. Genau das verlieh der Heuwaage ihren unverwechselbaren Charakter.

Untrennbar verbunden mit dieser Zeit ist ein Name, der in Gütersloh längst Legende ist: Ecki. Als Kultkneiper prägte er die alte Heuwaage wie kaum ein anderer. Mit trockenem Humor, klarem Blick und einer bemerkenswerten Menschenkenntnis war er Wirt, Zuhörer, Vermittler und Chronist zugleich. Ecki wusste, wann ein Gast reden wollte – und wann besser nicht. Er kannte seine Stammgäste, ihre Geschichten und ihre Gewohnheiten. Bei ihm war jeder willkommen, solange er Respekt mitbrachte.

Unter Eckis Regie wurde die Heuwaage zur Institution. Der Tresen war Bühne und Schutzraum zugleich, Diskussionen wurden hier geführt, Freundschaften geschlossen und manchmal auch das Leben neu sortiert. Viele Abende begannen beiläufig und endeten legendär. Wer einmal hier saß, wusste: Die Zeit lief langsamer – oder zumindest fühlte sie sich so an.

Die alte Heuwaage als Kneipe war nie laut im Sinne von aufdringlich, sondern lebendig durch ihre Menschen. Sie spiegelte Gütersloh wieder, mit all seinen Ecken, Meinungen und Geschichten. Und genau darin lag ihre Stärke. Bis heute lebt der Geist dieser Zeit fort – in Erinnerungen, Anekdoten und dem kollektiven Gefühl, dass dieser Ort etwas Besonderes war.

Die Heuwaage hat als Gaststätte gezeigt, wie aus einem Gebäude ein Zuhause werden kann. Und sie hat bewiesen, dass es manchmal nur einen Tresen, ein gutes Gespräch und einen Wirt wie Ecki braucht, um Stadtgeschichte zu schreiben.

Und das dies so ist, wusste auch Theo Elinadiko, der seit fast genau 12 Jahren »die alte Heuwaage« als Gastronom in diesem Sinne weiterführt. Mit Erfolg, denn neben den alten Stammgästen kommen immer mehr junge Leute zur Heuwaage.

Freitags und samstags ist vor der alten Heuwaage, quasi der Bär los. Nicht nur, dass die Kneipe gut gefüllt ist, sondern auch der Bürgersteig und die halbe Straße sind Teil der Heuwaage.

Es kommt vor, dass hundert Leute davor stehen und das Wochenende einläuten und feiern. Und! Gehst Du jetzt auch mal hin? Aber denk daran, manche Orte vergessen nicht – und die alte Heuwaage erinnert sich an alles.

INFOS:

Stellt euch eine junge Welt vor: Karren knarren über holprige Wege, Pferde schnauben in der Kälte. 1620 entsteht hier die alte Heuwaage – kein Schmuckbau, sondern Zollstation an der Wienbrücke. Wer passieren wollte, musste anhalten, wiegen, zahlen. Dabei wurde geredet, gehandelt, gelebt. Fuhrleute und Bauern tauschten Neuigkeiten aus – ein früher Treffpunkt. Als Zölle an Bedeutung verloren, wurde das Haus 1826 zur Kneipe. Viele Orte verschwanden, doch »die alte Heuwaage« blieb.