FOTOS UND TEXTE: MATTHIAS KIRCHHOFF
Manchmal zeigt eine Stadt ihr schönstes Gesicht nicht auf großen Bühnen, sondern in stillen Gesten. In Nachrichten, die Mut machen. In Anrufen, die sagen: Du bist nicht allein. Im Vertrauen von Menschen, die bereit sind, zu helfen – ohne großes Aufsehen zu erregen. Der Hilferuf von Nesrin Sayar für das Kultur-Café »RinNes« wurde von so vielen gehört. Und das mit beeindruckender Wirkung.

Was als bange Hoffnung begann, wurde innerhalb von nur vier Wochen zu einer Bewegung: Viele nette, dem Café zugewandte Menschen haben sich bei Nesrin gemeldet, haben zugehört, nachgefragt, unterstützt. Nicht einfach große Investorenbeträge, sondern mit kleinen privaten Darlehen, mit Vertrauen und dem Wunsch, einen besonderen Ort am Gütersloher Dreiecksplatz zu bewahren. Gemeinsam kam so die benötigte Summe zum Kauf des Hauses, in dem sich das Café RinNes befindet zusammen.
Einen wichtigen Anstoß dafür gab der zurückliegende Artikel im Carl. Er erzählte die Geschichte von Nesrin Sayar leise und ehrlich – und traf damit einen Nerv. Viele Leserinnen und Leser legten das Magazin nicht einfach zur Seite. Sie nahmen die Worte mit, sprachen darüber, meldeten sich. Aus einem Text wurde Bewegung, aus Mitgefühl konkrete Hilfe. Der Aufruf verhallte nicht, sondern fand offene Herzen – und Hände, die bereit waren zu tragen.
Es ist diese Art von Solidarität, die man nicht planen kann. Sie entsteht aus Verbundenheit – mit einem Café, das mehr ist als ein Ort für Kaffee – für viele sogar ein zweites Zuhause. Mit einer Frau, die Haltung gegenüber den Geldinstituten gezeigt hat. Und mit der Überzeugung, dass Orte wie das »RinNes« wichtig sind für eine Stadt, die sich als Gemeinschaft versteht. Für Nesrin Sayar ist diese Unterstützung mehr als finanzielle Hilfe. Sie ist ein Zeichen. Dafür, dass ihr Lebenswerk gesehen wird. Dass ihr Engagement, ihre Geschichte, ihr Versprechen an sich selbst und an ihre liebgewonnenen Gäste tragen – auch in schwierigen Zeiten. Dass ihr »Baby« nicht nur ihres ist, sondern längst Teil vieler Biografien geworden ist. Das »RinNes« bleibt.
Weil Menschen zusammenstanden. Weil Vertrauen stärker war als Zweifel. Und weil Gütersloh gezeigt hat, was möglich ist, wenn Herz und Haltung zusammenkommen. Manchmal braucht es keinen großen Rettungsplan. Manchmal reichen viele kleine Hände, die am Ende am Café RinNes entlanggehen und sich sagen: ich konnte helfen, ich bin ein Teil des Cafés und es fühlt sich richtig gut an. Nesrin Sayar sagt Danke und möchte vor Freude die ganze Welt umarmen.

Kontakt:
Café RinNes
Friedrichstraße 7
Am Dreiecksplatz
33330 Gütersloh
nesrin@nesrin-sayar.de
www.rinnes.de

