TEXT: HELGE
Carl bietet unseren Leserinnen und Lesern die Möglichkeit,ihren Botschaften eine Stimme zu geben. Ein Ort, an dem Worte ihren Weg nach außen finden dürfen.
… ich liebe Dich.
Bitte gib mir noch eine Chance, mit meinem Leben Teil Deines Lebens und an Deiner Seite zu sein.
Bedingungslos beistehen werde ich Dir an guten wie an mittelmäßigen wie an schlechten Tagen.
Mit Geborgenheit werde ich Dich umarmen, wahren Frieden und tiefe Ruhe mit Dir teilen, mit Leidenschaft Dich fluten und ungeahnte Abenteuer mit Dir erleben.
Langweilig wird‘s nimmer, würzig wird‘s immer.
Verraten habe ich mein Herz, als ich versäumte, Dich längst schon mit dieser Geborgenheit, diesem Frieden, dieser Ruhe, dieser Leidenschaft und diesen Abenteuern zu umfangen, welche allesamt Du verdienst, mehr als jede andere. Blind vor Gefühl, verletzt zu sein, habe ich Dich verletzt, anstatt zu sehen, dass Du mich niemals verletzen wolltest. So dumm war ich, dafür bitte ich aufrichtig um Vergebung. Ich war allzu unsicher, allzu verstandesbeherrscht und von Verlustangst getrieben.
Aber mit dem Herzen habe ich jetzt endlich und endgültig erfasst und gefühlt, dass ich Dich gar nicht verlieren kann, weil Du mir nie gehört hast. Niemand gehört einer anderen Person. Rilke flüstert mir ins Ohr, wenn er schreibt:
„Dann könnte ich in einem tausendfachen Gedanken bis an deinen Rand Dich denken und dich besitzen (nur ein Lächeln lang), um dich an alles Leben zu verschenken wie einen Dank“ (Rainer Maria Rilke, 1899) Eben dieser Dank an das Leben, der Du bist, fehlt mir so, so weit, dass das Universum nicht reicht. Unendlich also vermisse ich Dich.
Du hast mein Leben zum Leuchten gebracht, nun ist es blass, fad und leer. Du hast meinem Leben Geschmack gegeben, nun schmeckt es bloß nach nichts.
Du hast mich gelehrt, was es wahrhaftig bedeutet, mit anderen Menschen zu fühlen, indem ich mit ihren Augen zu sehen und mit ihren Ohren zu hören suche.
Du hast mich ermutigt, mich zu erkennen. Du hast mich längst gesehen und erkannt.
Du hast mir gezeigt zu spüren, was mir allzu selten bewusst war.
Du hast mich angeregt, mein inneres Kind zu entdecken.
Du hast mir beigebracht, zu erfahren, statt nur zu erleben.
Du hast mich ermuntert, mehr Freiheit zu wagen und zu fliegen. Nun habe ich keine Flügel mehr. Ich werde Deine Freiheit stärken und Deine riesigen Flügel kräftigen, auf dass wir dann miteinander fliegen. Guter Freund und geschwisterlicher Gefährte werde ich auf dem gemeinsamen Flug indes nicht sein können, denn dann verleugnete ich den begehrenden Liebhaber in mir.
Unbekannte Wege, Wiesen, Weiten will ich durchmessen, nicht allein, mit keiner
andern, nur mit Dir. Neue Städte, Straßen, Stufen will ich ertasten, nicht allein,
mit keiner andern, Hand in Hand nur mit Dir. Toben, tanzen, träumen, Tag und Nacht will ich, nicht allein, mit keiner andern, nur mit Dir. Albern sein, atemlos sein,
atemberaubend sein, Abend für Abend, will ich, nicht allein, mit keiner andern,
nur mit Dir. Einmal entdecktest Du ein Kirchenbild mit der Aufschrift „Da sieht mich jemand wirklich“. Darauf schriebst Du mir, ich hätte Dein Herz gewonnen, wie dort
geschrieben steht. Das ist wahr. Da gibt es jemanden, der Dich wirklich sieht.
Der bin ich.
Hingebungsvoll
DEIN HELGE
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