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  • 16.12.2025
  • Ausgabe 118
  • RegioCarl

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DAS CAFÉ RINNES BRAUCHT DEINE UNTERSTÜTZUNG
Matthias Kirchhoff Redakteurbild

Matthias Kirchhoff

Content-Redakteur

FOTOS UND TEXTE: CARLMAKESMEDIA

Warum das Kultur-Café »RinNes« für Gütersloh mehr ist als ein Ort für Kaffee – und warum seine Zukunft jetzt bedroht ist. Mitten in der Gütersloher Innenstadt, am Dreiecksplatz, steht ein kleines weißes Haus, das für viele Menschen weit mehr ist als ein Café. Im Erdgeschoss befindet sich das Kultur-Café »RinNes«. Für Inhaberin Nesrin Sayar ist es ihr zweites Kind – und genau dieses könnte nun vor dem Aus stehen.

Seit 2017 betreibt die 63-Jährige das Café an der Friedrichstraße. Entstanden ist ein Ort der Begegnung, der Gespräche, der Kultur – ein Raum mit Herz. Doch nach dem Tod der Hauseigentümerin im vergangenen Jahr gerät alles ins Wanken. Die Verstorbene hatte sich gewünscht, dass Sayar das Haus kauft und es in seinem Charakter erhalten bleibt. Ein Kaufpreis unter Marktwert wird vereinbart, der Vertrag beim Notar unterzeichnet. Nesrin Sayar stemmt Anzahlung, Nebenkosten und Grunderwerbsteuer aus eigenen Mitteln. Dann platzt die Finanzierung.

Obwohl ihre regelmäßigen Einnahmen aus drei Quellen – dem Café, ihrer Tätigkeit als allgemein vereidigte Dolmetscherin sowie Mieteinnahmen – eine Rückzahlung rechnerisch abdecken, lehnen Banken ab. Der Hauptgrund: ihr Alter. Mit 63 sei sie zu nah an der Regelrente. Selbst der hohe Wert der Immobilie, die durch einen professionellen Umbau um rund 210.000 Euro aufgewertet wurde, überzeugt nicht. Zusagen werden zurückgezogen, Bürgschaften scheitern.

»Erst machen sie mir Hoffnung, dann ziehen sie sich zurück«, sagt Sayar enttäuscht. Dabei hat sie bereits knapp 200.000 Euro für den Ausbau des Cafés investiert – und diese innerhalb von vier Jahren zuverlässig zurückgezahlt.

Ende Oktober verstrich eine erste Zahlungsfrist. Der Eigentümer gewährte eine Verlängerung bis Ende Januar 2026, weil es ihn nach wie vor wichtig ist, dass Nesrin das Haus erwerben kann. Rund 200.000 Euro muss Sayar nun aufbringen. Stammgäste haben sich bereits aufgemacht und eine fünfstellige Summe zusammengebracht. Doch die Zeit drängt. »Im schlimmsten Fall verliere ich alles«, sagt sie leise und war dabei den Tränen nahe. Und man merkt, wie sehr sie sich wünscht, dass der Zuspruch noch größer wird. Natürlich möchte Nesrin Sayar nichts geschenkt haben und das Geld später zurückzahlen.

Wer ihre Geschichte kennt, versteht die emotionale Tragweite. 1985 kam Nesrin Sayar als Studentin nach Deutschland, studierte unter anderem Diplom-Mathematik und BWL mit Bachelor und machte Gütersloh zu ihrer Heimat. 2010 starb ihre Tochter bei einem Verkehrsunfall. Kurz zuvor hatte Sayar ihr versprochen, künftig nur noch das zu tun, was ihr und anderen Freude bereitet.

Das Café »RinNes« ist Teil dieses Versprechens. Es entstand auch, um sechs jungen Flüchtlingen beim Deutschlernen zu helfen und in der Gesellschaft erfolgreich zu etablieren. Für dieses Engagement erhielt Sayar den »BürgerPreis« der Bürgerstiftung Gütersloh. Ihr Wunsch heute ist schlicht: »Ich möchte mein Baby behalten – und diesen besonderen Ort für Gütersloh bewahren.«

»Dieses Café ist für mich zu einem zweiten Zuhause geworden. Umso unverständlicher ist es, dass allein das Alter über einen Kredit entscheidet, obwohl hier alles stimmt. Der Gedanke, dass dieser Ort verschwinden könnte, macht mich sehr, sehr traurig.«

Ilona

»Die besondere Atmosphäre und der Raum für junge Künstlerinnen und Künstler machen diesen Ort einzigartig. Wir kommen regelmäßig hierher und würden es sehr vermissen. Und mit Sicherheit würde es vielen anderen ebenso gehen.«

Ulla

»Das Café ist für mich ein Stück Gütersloh – ein Ort von Begegnung, Kultur und Gemeinschaft. Es wäre ein großer Verlust für die kulturelle Stadt, wenn das Café RinNes verschwände.«

Samira

»Das ist alles völlig unverständlich für mich. Wenn man 210.000 € in den Umbau zum Café investiert hat, ergibt sich der doppelte Wert dieser Immobilie, somit würde nur 50 % für eine Hypothek belastet werden – Kopfschütteln.«

Sascha

»Ich fühle mich hier einfach nur wohl, lerne leicht neue Leute kennen, und es vermittelt ein besonderes, persönliches und vertrautes Gefühl – nicht wie überall sonst.«

Matthias

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