TEXT: CARLMAKESMEDIA | FOTOS: ANNA PINKERNEIL, RTL / STEFAN GREGOROWIUS
CARL IST HAUTNAH BEI DER ERSTEN LIVESHOW 2026 DABEI Freitag, 27. Februar. Mein Tag beginnt mit der Zugfahrt nach Köln – strahlender Sonnenschein und Vorfreude pur. Heute ist es so weit: meine erste »Let’s Dance«-Live-Show.

Gegen 19 Uhr versammelt sich die Presse. Gemeinsam mit Kolleg:innen von unteranderem Bild und Gala geht es ins Studio. Der erste Eindruck? Überraschend. Im TV wirkt das Parkett riesig, in echt ist es deutlich kompakter, fast schon intim.
Noch bevor die Kameras live gehen, passiert etwas, das man vor dem Fernseher nie so richtig mitbekommt: Warm-up. Ein Show-Anheizer bringt das Publikum in Stimmung – mit Musik, kleinen Gags und Mitmachaktionen. Es wird geklatscht, gesungen, gelacht. Die Energie im Raum steigt spürbar an. Es ist laut, es ist lebendig – und es lockert die Anspannung, die in der Luft liegt.
Dann der Countdown: Ab jetzt gilt striktes Aufenthaltsgebot am Platz. Wer raus muss, wartet auf die sechsminütige Werbepause. Doch Pause bedeutet hier Hochleistung: In Rekordzeit werden Kulissen umgebaut, die Jury nachgepudert und Mikros justiert. Ein faszinierendes Räderwerk hinter den Kulissen.
Auch im Saal gibt es viel zu entdecken. Unter den diesjährigen Promi-Kandidaten sticht Bibi Heinicke hervor, die heute alles gibt, während ihr Partner Timothy sie vom Publikum aus unterstützt. Auch Stimmungskanone Ross Antony wirbelt dieses Jahr als Kandidat über das Parkett. In den Zuschauerreihen sichte ich zudem bekannte Gesichter der letzten Staffel: Knossi und SelfieSandra lassen es sich nicht nehmen, ihre Nachfolger anzufeuern.
Als Simon Gosejohann das Parkett betritt, ist die Spannung greifbar. Sein Charleston zu »I Like To Move It« ist wild und energiegeladen. Es geht nicht um Perfektion, sondern um pure Unterhaltung. Nach der Show sichere ich mir Simon für ein kurzes Interview auf dem Parkett.


SCHNELLE FRAGEN NACH SHOW 1
Wie war der erste Moment auf dem Parkett für dich?
»Absolut wild und total verrückt! Man trainiert wochenlang und plötzlich stehst du da – es fühlt sich an wie ein Rausch zwischen Realitätsverlust und einem riesigen Musical-Auftritt.«
Hat dir der Song »I Like To Move It« geholfen?
»Total. Er weckt Abi-Erinnerungen und hat mir einen richtigen Push gegeben. Statt Nervosität gab es nur Energie nach vorne.«
Kriegst du währenddessen überhaupt etwas mit?
»Man ist in einem extremen Tunnel. Alles läuft automatisiert ab, fast so, als würde man sich selbst von außen beim Tanzen beobachten.«
Der Charleston ist ja sehr verspielt – genau dein Ding?
»Definitiv. Es darf albern und überzeichnet sein. Da kann ich meine Stärke, das Entertainment, voll ausspielen. Vielleicht ist es nicht perfekt, aber die Präsenz stimmt.«
Wie fühlst du dich jetzt direkt nach der Premiere?
»Einfach nur erleichtert. Jetzt herrscht Adrenalin pur, aber ich freue mich auch riesig auf einen freien Tag zum Durchatmen.«
Zweieinhalb Wochen nach der ersten Live-Show klingelt das Telefon – noch vor Show 3, also vor dem Freitag, an dem er später ausscheiden wird. Am anderen Ende: Simon Gosejohann. Damals, direkt nach der Premiere, war er noch voller Adrenalin, irgendwo zwischen Euphorie und Überforderung. Jetzt, im Gespräch, wirkt er bereits etwas gefasster, ruhiger, reflektierter. »Ich muss da so ein bisschen mein tänzerisches Ich finden«, sagt er gleich zu Beginn.
Zu diesem Zeitpunkt ist noch alles offen – auch wenn er wenig später aus der Show fliegt. Umso mehr bleibt bei ihm und seinem Team trotzdem die Freude, überhaupt Teil des Formats gewesen zu sein.


Zwischen Technik und Herz
Was von außen oft wie »ein bisschen Tanzen lernen« aussieht, fühlt sich für ihn komplett anders an. »Ich bin quasi von null auf hundert in einen fortgeschrittenen Profitanzkurs eingestiegen«, beschreibt er die Situation. Die größte Hürde ist dabei nicht die Kondition. »Am Ende muss das Gefühl stimmen«, erklärt Simon. Schritte zu lernen sei das eine, aber wirklich zu tanzen bedeute, mit der Musik, der Partnerin und sich selbst eine Einheit zu bilden. »Das lässt sich nicht einfach einstudieren. Dieser Prozess braucht Zeit und Mut.«
Die Stütze an seiner Seite
In diesem emotionalen Prozess spielt seine Tanzpartnerin eine entscheidende Rolle. »Sie ist nicht nur Trainerin, sondern in gewisser Weise auch Psychologin«, gesteht er im Telefonat. Es gehe nicht nur darum, die Fü.e richtig zu setzen, sondern auch die Nerven zu behalten, wenn eine Drehung zum zehnten Mal nicht klappt. Das blinde Vertrauen, das man in diesen wenigen Wochen aufbauen muss, beschreibt er als eine der intensivsten Erfahrungen der gesamten Show-Teilnahme.
Die Chance der Entwicklung
»Für das Publikum ist Fortschritt oft spannender als Perfektion.« Die Jurykritik lässt er dabei nicht an sich abperlen: »Die Sätze bleiben hängen«, gibt er zu. Er nutzt sie als Werkzeug, beschreibt seinen Status aber mit Humor als »blauen Brief« – er fühlt sich versetzungsgefährdet, verliert aber nie sein Lachen. »Man muss das auch ein bisschen mit Humor sehen«, betont er. Das sei sein Schlüssel, um in der Show nicht den Kopf zu verlieren.


Gemeinschaft statt Konkurrenz
Überraschend herzlich erlebe er das Miteinander hinter den Kulissen. Konkurrenzkampf? Fehlanzeige. »Das entscheidet am Ende sowieso das Publikum«, meint Simon pragmatisch, Stattdessen gebe es starken Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung im Hotel.
Fokus aufs Rampenlicht
Feste Rituale vor dem Auftritt hat er nicht. Kurz abstimmen, konzentrieren – und raus auf die Fläche. Es ist Showgeschäft: Kostüme, Licht, Performance.
Wir sind dankbar, dass wir ihn auf dieser besonderen Reisebegleiten durften und einen so nahen Einblick bekommen haben.





