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  • 28.05.2026
  • Ausgabe 123
  • RegioCarl

FRANZ KONRAD WIRD 75 JAHRE

EIN RACER DURCH UND DURCH
CarlMakesMedia Redakteurbild

CarlMakesMedia

FOTOS UND TEXT: PETER HEERMANN

Seit über 50 Jahren ist Konrad im Motorsport weltweit aktiv

Franz Konrad feiert 8. Juni 2026 seinen 75. Geburtstag. Der in Graz / Österreich geborene Vollblut-Rennfahrer und Teamchef blickt auf eine lange und erfolgreiche Karriere zurück. 1976 Champion der GT-Europa-meisterschaft, 1983 Deutscher Formel 3-Meister, 1990 Gesamtzweiter im Jaguar-Werksteam bei den 24h von Le Mans, 1993 Gesamtsieger bei den 24h Nürburgring, mehrfach die Team- und Fahrerwertungen im Porsche Supercup und Porsche Carrera Cup sowie Siege in der Lamborghini Super Trofeo und 2025 der Fahrer- und Teamtitel im Prototyp Cup-Germany.  Hinzu kommen weitere Erfolge im Langstreckenrennsport u.a. bei den 24h Daytona, 12h Sebring, 24h Bahrain oder den Mil Milhas in Brasilien.

Über die Jahrzehnte hat Franz Konrad mit seiner Mannschaft zahlreiche Projekte in der Werkstatt an der Waldstraße in Verl/Sürenheide aus der Taufe gehoben. So hat er Porsche 935 für die Rennsportmeisterschaft aufgebaut, hat den Konrad-Lamborghini KM 011 in der Sportwagen-WM und den Saleen S7R in der FIA GT-WM, ELMS und AMLS siegfähig gemacht.

Er ist immer mit der eingesetzten Technik auf Tuchfühlung. Für ihn ist das Wissen, wie alles in seinen Rennboliden funktioniert essenziell. Er sucht und findet mit eigener Kreativität und Erfahrung Optimierungen auch wenn heute vieles mittels Elektronik, Telemetrie und computergestützte Auswertungen geregelt und eingestellt wird.

Der Kommandostand an der Boxenmauer mit Boxentafeln und Stoppuhren ist dem mit Bildschirmen und Laptops hochgerüsteten Kontrollzentrum in den Boxen gewichen. Hier sind alle Daten des Fahrzeugs abrufbar, kritische Werte sofort ersichtlich und der Fahrer immer per Funk erreichbar.

Im technologischen Fortschritt liegt der Reiz und Franz Konrad hält wenig von Ruhestand und Altenteil. Mit vollem Elan setzt er seit 2016 zusammen mit seinem erfahrenen Team den Lamborghini Huracán GT3 im Langstreckenrennsport auf der legendären Nürburgring Nordschleife, der sogenannten grünen Hölle ein.

Bei den Rennen zur Nürburgring Langstreckenserie oder beim ADAC RAVENOL 24h-Rennen mischt der türkis-schwarze Rennbolide kräftig vorne mit. Auch deshalb weil Franz Konrad immer wieder ein gutes Händchen hat, junge Nachwuchsrennfahrer nach vorne zu pushen. So zählt zu seiner aktuellen Mannschaft neben Pavel Lefterov, Christian Engelhart, Maximilian Paul mit Patricija Stalidzane eine 23-jährige Rennfahrerin. Sie sammelte mit verschiedenen Tourenwagen auf dem Nürburgring Rennerfahrungen und hat auf Anhieb den Sprung in das Cockpit des über 500 PS-starken GT3-Boliden geschafft.

Der ehrgeizige Teamchef hat immer wieder bewiesen, dass er als Privatteam den werksunterstützten Teams Paroli bieten kann und es freut ihn, dass er 2026 wieder zu den von Lamborghini unterstützen Teams zählt. Die jetzigen Werksfahrer Christian Engelhart und Maximilian Paul sind für Franz keine Unbekannten, schließlich hat er ihnen zu Beginn ihrer Karrieren die Chance gegeben, sich als Rookie im Cup-Rennsport zu beweisen.

Das Fahrerquartett zeigte beim 54. ADAC RAVENOL 24h Rennen schon in den Trainingssitzungen, welches Potenzial der Konrad-Lamborghini hat. Von Startplatz 6 startete die Hatz zweimal rund um die Uhr. Startfahrer Maximilian Paul lieferte sich spannende Duelle mit der Konkurrenz und etablierte die #7 unter den Top-Five. Ein Schlagabtausch auf Augenhöhe, den zigtausende Fans entlang der Strecke und Millionen im Livestream verfolgten. Ein Pfennigartikel, sprich ein Dichtungsring an der Servolenkung, musste beim Boxenstopp ersetzt werden und das Team fand sich auf Platz 23 wieder. In der Nacht wurde zur Attacke geblasen und bis kurz nach 2 Uhr hatte sich das Team bis auf Platz 12 vorgekämpft. Aber dann ereilte Pavel Lefterov im Bereich Hatzenbach das Unglück und der Lambo schlug heftig in die Leitplanken ein. »Klar sind wir enttäuscht, denn da wäre was für uns drin gewesen. Aber so ist das im Rennsport, damit müssen wir umgehen. Jetzt schauen wir, dass der Lambo bis zum nächsten Rennen der Nürburgring Langstreckenserie am 20. Juni wieder auf den Rädern steht«, fasst Franz Konrad das leider viel zu frühe Ende einer bravourösen Vorstellung zusammen.